Samstag, 19. Januar 2013

Thomas Mann - Buddenbrooks

Es gibt Mann-Fans und es gibt Leser, die müssen nur den Namen "Mann" auf einem Buchrücken erspähen, um das kalte Grauen zu kriegen. Ich gehöre seit meinem Deutsch-Leistungskurs in erster Linie zu letzteren. Was schade ist, denn schließlich hat die Familie Mann neben dem unsäglichen Thomas mit Heinrich auch noch einen sehr guten, begnadeten, unterhaltenden, interessanten und konsumierbaren Schriftsteller hevorgebracht, der viel zu oft im Schatten seines Bruders steht (vom Sohn, Klaus Mann, wollen wir gar nicht erst sprechen ;-) Um es kurz zu machen: Thomas Mann wurde mir, nicht nur aber auch in der Schule, als Autor gründlich verdorben. Ich mag ihn nicht. Ich mag keine Menschen, die meinen, ein Gedanke wird nur dann interessant, wenn man ihn - nur unterbrochen von einigen Kommata - auf einer halben Seite auswalzt. Ich mag seinen Tonfall nicht, mit der er mir in "Tonio Kröger" gewaltig auf den Senkel ging. Ich verabscheue Thomas Manns Literatur aus tiefstem Herzen und finde immer noch, dass der Literaturnobelpreis eine glatte Fehlentscheidung war.
Dann habe ich "Buddenbrooks" gelesen.

Der alte konsul Buddenbrook hat den Grundstein gelegt für eine Dynastie von großbürgerlichen Kaufmännern. Sein Sohn Thomas wird das Erbe übernehmen, seine Tochter Antonie standesgemäß heiraten. Bereits hier zeigen sich erste Risse, denn Antonies erste Liebe Morten ist wenig standesgemäß, die Beziehung wird untersagt. Thomas führt das Unternehmen zu Glanz und schließlich fast in den Ruin. Der unaufhaltsame Untergang der Buddenbrooks wird fast minutiös geschildert, ohne jemals langweilig zu werden.

Es ist so leicht. So frei von dem gefühlten Zwang, um jeden Preis Inhalt zu schreiben. Nein, der Inhalt, die tiefere Bedeutungsebene, ist einfach da, ist im Buch und in der Geschichte bereits angelegt, ganz ohne blonde, blauäugige Knaben und Mädchen. Der Verfall einer Gesellschaft und der Verfall einer Familie gehen Hand in Hand und jedes Wort ist so wahr. Obwohl es so einfach ist. Ich habe mich verliebt in das Tempo, in die Sprache, in die Erzählweise, und irgendwann sogar seinen Autor vergessen.

Um es kurz zu machen: Thomas Mann wurde mir, nicht nur aber auch in der Schule, als Autor gründlich verdorben. Ich mag ihn nicht. Ich mag keine Menschen, die meinen, ein Gedanke wird nur dann interessant, wenn man ihn - nur unterbrochen von einigen Kommata - auf einer halben Seite auswalzt. Ich mag seinen Tonfall nicht, mit der er mir in "Tonio Kröger" gewaltig auf den Senkel ging. Ich verabscheue Thomas Manns Literatur aus tiefstem Herzen und finde immer noch, dass der Literaturnobelpreis eine glatte Fehlentscheidung war.
Aber "Buddenbrooks" ist ein wunderbares Buch.

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