Dienstag, 21. Mai 2013

Pierre Bellemare - Unglaubliche Geschichten


Vor einigen Tagen war ich morgens zu Hause und habe den Fernseher eingeschaltet. Auf RTL2 lief „X-Faktor“, erinnert sich noch jemand an diese Serie? Nein, ich spreche nicht vom Superstar-Format, sondern von dieser Serie, in der mysteriöse Geschichten präsentiert wurden und man raten konnte, ob sie wahr oder erfunden sind. Als ich 13 war, ungefähr jedenfalls, war ich völlig süchtig nach dieser Serie und habe zu Weihnachten von meiner Tante Bücher bekommen, die in eine ähnliche Richtung gehen: „Unglaubliche Geschichten“ von Pierre Bellemare.
Bellemare war Journalist und wertete für eine Radiosendung Meldungen aus vor allem französischen Zeitungen aus, in denen von großen Zufällen oder kuriosen Begebenheiten die Rede war. In „Unglaubliche Geschichten“, einer wöchentlichen Radiosendung, wurde dann eines dieser Ereignisse erzählt, die Sammlung wurde später in mehreren Büchern veröffentlicht. Die Bücher, die ich besaß, liegen im Moment im Regal meiner Cousine und auf dem Dachboden meiner Eltern, aber ich glaube, ich muss sie wieder einmal lesen. An viele Geschichten erinnere ich mich noch ziemlich gut, etwa die des Mannes, der zum Tode verurteilt wurde und einfach nicht zu hängen war, obwohl man es vier- oder fünfmal versuchte. Oder die eines anderen zum Tode Verurteilten, der zwischen seiner Verurteilung und der Hinrichtung an seinen kleinen Sohn Briefe schrieb, die ´diesem dann Monat für Monat vom Wärter geschickt wurden. Nicht zu vergessen der Teppich mit dem ekligen und immer wiederkehrenden Schleimpilz, den ein Paar in seiner neuen Wohnung nicht los wurde oder das spurlose Verschwinden einer französischen Armeeeinheit im Algerienkrieg.
Was mir an den Büchern abgesehen vom unheimlichen Element so gefallen hat, war eindeutig Bellemares Erzählstil. Sehr ruhig und dennoch spannend, glaubwürdig und ohne zu sehr auf die "es gibt mehr Ding im Himmel und auf Erden ..."-Schiene zu geraten. Natürlich spielt der Zufall eine Rolle, natürlich weiß man nicht immer, was man von diesen Erlebnissen halten soll, und im Nachhinein betrachtet fehlt mir doch irgendeine genauere Quellenangabe, aber letztlich spielt das keine Rolle. Für den leichten Grusel an Sommernachmittagen im Schwimmbad sind diese Bücher einfach nur perfekt :-)


 

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