Freitag, 24. Mai 2013

Dagmar Chidolue - Flugzeiten

Ostpreußen im Jahr 1929. Bonna ist dreizehn Jahr alt und seine Familie wird von der Weltwirtschaftskrise gerade noch so verschont. Der Vater hat eine Stelle als Milchkutscher und auch, wenn das Herz nicht mehr so mitmacht, zumindest kann er seine Familie ernähren, die in der Zweizimmerwohnung stetig anwächst. Bonna selbst versucht, sich hier und da seine Privatsphäre zu sichern, aber mit fünf Geschwistern ist das schwer. Als die Nationalsozialisten die Macht ergreifen, ändert sich im Zeitpunkt, als die HJ-Abteilung zur Flieger-HJ weiterentwickelt wird. Jetzt bietet sich für Bonna die Gelegenheit, endlich das zu machen, was er immer schon machen wollte - fliegen ...

Dagmar Chidolue hat es sich mit diesem Buch nicht gerade einfach gemacht, denn der Bonna des Romans ist ihr eigener Vater, dessen Lebensgeschichte sie niedergeschrieben hat. Er konnte erst kurz vor seinem Tod darüber sprechen, warum er sich nach der HJ freiwillig zur Armee meldete. Dies lag durchaus daran, dass für ihn die HJ keine Pflichtveranstaltung war, sondern er auch hier freiwillig eingetreten war, um fliegen zu lernen. Gerade diese Angebote für Jugendliche waren ein nicht zu unterschätzendes Zugpferd und werden hier im Buch gut dargestellt. Das Problem ist dann aber auch, dass das Buch wirklich einzig und allein die Jugendlichen dargestellt, anhand Bonnas und seiner Geschwister, und man leicht das Gefühl vermittelt bekommt, dass das doch eigentlich ganz lusitg war da drin und überhaupt. Erst im Nachwort wird deutlich, dass zumindest für die größeren Jugendlichen durchaus auch klar war, dass die HJ sie auf den Krieg vorbereitet. Es war auch sehr spannend, zu erfahren, was dann bei Kriegsende mit der Familie geschah.
Insgesamt durchaus ein gutes Buch, aber man sollte ein gewisses Vorwissen mitbringen.

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