Montag, 13. Mai 2013

52 Wochen, 52 Buchfragen - Woche 20

Es ist eigentlich sehr lustig, dass ausgerechnet diese Woche diese Inspiration auftaucht, denn genau darüber habe ich an Himmelfahrt mit meiner Schwester diskutiert :-)

Ein Buch an das du dich auch noch nach ewigen Zeiten erinnern kannst.

Alles begann damit, dass meine Schwester mich eingeladen hat, den Feiertag beim Streichen des Kinderzimmers meiner Nichte zu helfen. Dieses Zimmer war früher das Kinderzimmer meiner Schwester, danach war es kurzzeitig mein Zimmer, bis ich endgültig zu Hause ausgezogen bin. Beim Streichen haben wir hinter der Holzverkleidung etwas gefunden, was seit Jahren dort gelegen haben muss: eine kleine Fledermaus aus Papier. und sofort war die Erinnerung wieder da. An das schauerlichste Geistergeschichtenbuch unserer Kindheit:

 
Leselöwen war eine wundervolle Buchreihe mit kurzen Geschichten für Grundschüler. Die Geschichten waren thematisch geordnet und es gab so ziemlich für jeden Geschmack etwas. Eins der ersten, das ich besaß, waren die "Trau dich"-Geschichten. Das "Geisterschloß" wurde sogar mit einem Pappaufsteller geliefert, der das Schloss darstellte, sowie einigen Figuren, die in den Geschichten auftauchten. Die Rahmenhandlung ist schnell erzählt. Jede Nacht, wenn die Turmuhr schlägt, treffen sich in der Ruine die Geister und erzählen sich gegenseitig Gruselgeschichten. Es gibt verschiedene Gruselgestalten, vom Vampir über die Weiße Frau bis zum Werwolf, und jeder erzählt Geschichten nach seinem persönlichen Geschmack. Besonders gut erinnere ich mich an die Geschichte vom Blaufuchspelz, den sich die Ehefrau eines reichen Mannes wünscht. Er kauft ihn ihr nie und aus Trotz geht sie auf einen Ball ohne jeden Mantel, erkältet sich und stirbt. Nach angemessener Trauerzeit heiratet der Mann erneut und diesmal kauft er seiner Frau einen Blaufuchspelz, den sie voller Begeisterung zu einem Ball trägt. Auf der Rückfahrt irritiert ihn das Vehralten seiner Frau, bis er irgendwann den Pelz genauer betrachtet und feststellt, dass darin der Geist seiner ersten Frau steckt statt seine zweite Frau. Nachhaltig beeindruckend war die Geschichte der Puppe Mirabell, die sich in ein lebendiges Mädchen verwandelt und ihre Besitzerin austauscht. Und dergleichen Geschichten mehr ...
 
Ich weiß noch, dass das Buch nicht nur gruselig bis zum gehtnichtmehr war, sondern so einen schönen Schauer verbreitete. Die Geschichten waren spannend geschrieben, ungeheuer fesselnd und ich schwöre, dass ich dieses Buch nie nachts gelesen habe. Dabei war es nicht so, dass ich davon Alpträume bekommen hätte, aber es war ein Sichergehen für alle Fälle ;-)  

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