Samstag, 4. Januar 2014

[Rezension] Roald Dahl - Küsschen, Küsschen

Dieses Buch war mein Abschlussbuch 2013 und ich bin euch noch die Rezension dafür schuldig, denn schließlich liegt hier eines der schönsten Bücher vor, die ich kenne.

Roald Dahl kennt man meistens als Autor von putzigen und ein wenig gemeinen Kinderbüchern wie "Hexen hexen", "Sophiechen und der Riese" oder "Charlie und die Schokoladenfabrik". Alle diese Kinderbücher werfen den Leser in absurde Situationen, skurrile Geschehnisse und ein so bonbonbunte Welt werfen, dass man sich fragt, welche Abgründe wohl dahinter stecken mögen. Spätestens dann, wenn man sich Dahls Kurzgeschichten zuwendet, lernt man diese Abgründe kennen. In "Küsschen, Küsschen" sind elf davon versammelt, so rabenschwarz, so hundsgemein und so komisch, wie sie nur Dahl schreiben konnte.

Da ist die Geschichte des armen Tropfs, der auf der Suche nach einem Hotelzimmer ausgerechnet im Bed&breakfast einer alten Dame landet, die gerne Tiere ausstopft. Oder die des Antiqitätenhändlers, der versucht, mit einem Trick eine echte Chippendale-Kommode billig zu kaufen. Oder die von Mrs. Brixby, die ein Geschenk ihres Geliebten möglichst gescickt tarnen muss. Spätestens hier zeigt sich: in Dahls Universum betrügt jeder jeden und kann damit ganz gehörig auf die Schnauze fallen. Da hilft dann nur, sich aufrappeln, den Staub abklopfen und es beim nächsten Mal cleverer machen als der andere - wenn man dazu noch Gelegenheit hat. Das Lachen bleibt einem gelegentlich im Hals stecken, dennoch kann man es nicht unterdrücken - es wird vielleicht eher ein hexisches Kichern werden, aber was schadet das schon? Wer dieses Buch noch nicht kennt: lies es unbedingt. Und wer es kennt: lies es nochmal!

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