Sonntag, 5. Januar 2014

Hjorth/Rosenfeldt - Die Toten, die niemand vermisst


Bei einer Wandertour in Järmland stolpert eine Dame im besten Alter über eine skelettierte Hand. Die herbeigerufene Polizei beginnt zu graben und finde die Leichen von vier Erwachsenen und zwei Kindern, alle per Kopfschuss ermordet. Doch wer sind diese Toten? Niemand scheint sie zu vermissen und das herbeigerufene Reichskommissariat rund um Torkel und sein Team stochert eher im Dunkeln. Und dann mischt sich auch noch der schwedische Geheimdienst ein!

Zugegeben, der Kriminalfall gerät in diesem Buch gelegentlich in den Hintergrund vor lauter Nebenhandlungen. Allerdings - und ich bin hier echt geschädigt von anderen Krimireihen - sind diese Geschichten nicht nervig, sondern vielmehr aus einem Guss und trotz ihrer Vielzahl unglaublich eng gestrickt und übersichtlich. Da wäre die Beziehung von Torkel und Ursula, die nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll, da wäre Vanja, die einen herben Schicksalsschlag verkraften muss und sich gleichzeitig mit einem immer seltsameren Sebastian arrangieren lernt, da ist Billy mit seiner Freundin, der immer mehr versucht, seinen Platz im Team zu definieren, da ist Ellinor, die unglaubliche Stalkerin, die bei Sebastian mit Sack und Pack eingezogen ist - und da ist Sebastian, noch unsympathischer, noch arroganter und gleichzeitig noch hilfloser und verletztlicher als jemals zuvor. Er steht eindeutig im Mittelpuntk des Buches, obwohl er seinem eigentlichen Job als Psychologe gar nicht großartig nachgeht - und das finde ich toll. Dieses Buch lebt einfach von der Figurenzeichnung und den sich entwickelnden und immer wieder neu definierenden Beziehungen zwischen den Figuren. Und das Ganze endet mit einem so verfluchten, verdammten Cliffhanger, dass ich laut geflucht und geschrien habe! Oh verdammt, das macht man einfach nicht, den Leser mit sowas zurücklassen! Deshalb freue ich mich richtig auf die Fortsetzung, wann auch immer sie kommt.

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