Sonntag, 25. August 2013

Stuart MacBride - Knochensplitter

Die Polizei in Aberdeen steht unter Dauerbeobachtung der Öffentlichkeit, denn sie ermittelt in einem spektakulären Fall: Allison McGregor und ihre siebenjährige Tochter Jenny sind entführt worden. Die beiden sind Teilnehmer in der Castingshow "Britain's Big Talent" und der Liebling des Publikums. Die Kidnapper wenden sich nur über die Presse und youtube an die Polizei, sie fordern ein Lösegeld, aber nennen keine Summe. Ein Spendenkonto soll gefüllt werden und bei genug Eingang innerhalb von zwei Wochen werden die beiden freigelassen. Als dann die Polizei zwei Zehen erhält, die von Jenny stammen, ist klar, dass die Entführer es bitterernst meinen. DS Logan McRae und seine Kollegen ermitteln gegen die Zeit ...

Ich wusste beim Ausleihen nicht, dass es sich hier um Band 7 einer Serie handelt, wobei ich auch ohne Serienvorwissen ganz gut reingekommen bin. Ein paar Sachen sind mir unklar (kann mir jemand schnell erklären, warum McRae Vegetarier ist? Ich habe da einen Verdacht, will aber nicht die anderen Bände lesen ;-)
Anfangs fand ich es ziemlich cool, wie MacBride den Leser hier einfach ins Geschehen reinhaut und ihm nichts erklärt. Dazu kommt, dass er eher den hard-boiled-Krimi schreibt, die Arbeitsweise ist dreckig und das Vokabular der Ermittler schlimmer als in jeder Hinterhofkneipe. Im Laufe des Buchs hat mich aber genau das zunehmend gelangweilt und ich war irgendwann nicht mehr wirklich bei der Stange. Das find zu dem Zeitpunkt an, als die sich im Kreis drehende Ermittlung durch wörtlich abgetippte Vernehmungen von Sexualstraftätern ergänzt wurde, was absolut nichts mit dem Fall zu tun hatte und für mich eher wie Zeilenschinderei wirkte. Darüber hinaus fing dann nach der Hälfte ein weiterer Handlungsstrang an, bei dem ebenfalls ein Vermisstenfall behandelt wurde, nämlich der des Drogendealers Shuggie und seiner Freundin. Dieser Strang hat nichts mit dem Thriller zu tun und ich wundere mich immer noch, warum er so zwingend notwendig zu sein schien - vom Prinzip her war es nichts weiter als eine weitere Möglichkeit für viel Geschrei, Gefluche und Brutalität. Diese Seiten hätte sich MacBride auch sparen können, oder nein, besser hätte er die Seiten mal gefüllt mit genaueren Ausführungen über das Verschwinden von Alison und Jenny. Denn das wird immer nur so am Rand und nebenbei erwähnt, man hat als Leser keine Ahnung, was eigentlich genau passiert ist und so wirkt auch das Ende ein wenig angepappt und drangeklatscht. Ich hatte wirklich das Gefühl, irgendwas Entscheidendes überlesen zu haben, aber dem war nicht so. Dieses Gefühl will ich bei Thrillern aber nicht haben, und deshalb empfehle ich "Knochensplitter" nur bedingt.

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