Donnerstag, 15. August 2013

Ponines Bücher-ABC - H wie Hermann-Hesse-Effekt

Ich glaube, ich bin Erfinder eines Effekts. ich nenne ihn den Hermann-Hesse-Effekt.

Der Hesse-Effekt ist eine Beobachtung, die ich bei sehr vielen lesern gemacht habe, unter anderem auch bei mir: es gibt autoren, die man in einem bestimmten Alter lesen muss, um sie zu mögen - später wird man sich nru schwer an sie annähern. Mein Autor dieser Kathegorie - ihr ahnt es bereits - ist Hermann Hesse.

Hesses "Siddartha" oder auch "Narziss und Goldmund" sind so Bücher, die von der Beat-Generation zu absoluten Lieblingsbüchern erkoren wurden und im Kanon der "endlich ein Autor, der mich versteht"-Bücher gelandet sind. Das ist auch bestimmt sehr schön für Herrn Hesse, allerdings scheine ich dieses Alter einfach verpasst zu haben. Ich komme nicht in Hesse rein, ich finde keinen zugang zu ihm, die Bücher wirken auf mich so verkopft und sperrig,d ass ich einfach auch keine große Lust mehr habe, mich mit ihnen zu beschäftigen. "Siddartha" war für mich in etwa genauso neben der Spur wie Paulo Coelho - und das ist jetzt nicht grade ein Kompliment.

Ähnlich geht es mir mit "Der Fänger im Roggen" - im Ernst, was soll das? Zweihundert Seiten gejammer eines spätpubertären Jünglings, der vor lauter Kohle die Existenzkrise bekommt und einenn auf Rebell machen will - und das ist ein so weltbewegendes Buch? Vermutlich wäre es das für mich mti 16 gewesen, hätte ich nicht diese grausame Übersetzung von Böll in der Hand gehabt, in der Holden nicht nur wie ein spätpubertäres Arschloch klingt, sondern auch noch wie ein arroganter Saftsack, der sich selbst zu gerne reden hört, dabei aber nur heiße Luft produziert - halt wie so viele 16jährige, nur als wäre das ein Dreißigjähirger, der versucht, wie ein 16jähriger zu klingen ... ach, ihr wisst, was ich meine. Ich habe "Der Fänger im Roggen" dann später, mit Mitte 20, noch einmal gelesen und ichf inde es einfahc nur maximal okay, mehr nicht. Schade für das Buch, das so viele Menschen bewegt hat und mich wie den Felsen von Gibraltar wirken lässt.

Dabei mag ich sperrige Bücher ja. Herr im Himmel, ich habe mich im zarten Alter von dreizehn durch den "Herrn der Ringe" und das "Silmarillion" gekämpft (und ehrlich, dagegen ist ein Kampf mit kankra ein Zuckerschlecken!), ich lese zur Zeit (Rezension folgt) wieder einmal "Kristus" von Robert "ach, noch ein kleiner Nebensatz im nebensatz des Nebensatzes kann nicht schaden" Schneider. Aber ich scheitere an Sanlinger. und an Hesse.

Ach ja, Kafka ist auch so ein Fall für sich - aber der wird unter K behandelt werden ;-)

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