Sonntag, 25. August 2013

S. J. Watson - Ich.darf.nicht.schlafen.

Als Christine aufwacht, ist sie völlig verwirrt: was ist das für ein Schlafzimmer? Wer ist dieser Mann neben ihr? Und warum sieht ihr im Spiegel eine völlig fremde Frau entgegen? Der fremde Mann erklärt es. Er ist Ben, Christines Ehemann. Sie hatte vor Jahren einen Unfall und ist in einer Amnesie gefangen, die dazu führt, dass sie im Schlaf alles vergisst, was nach ihrem 20.Lebensjahr geschehen ist. So wie jeden Morgen erklärt ihr Ben alles, so wir jeden Morgen frühstücken sie. Als Ben zur Arbeit aufbricht, klingelt das Telefon. Ein Dr. Nash ist in der Leitung, der sich als Christines Psychiater vorstellt und ihr den Ort verrät, an dem sie ihr Tagebuch versteckt hat. So, wie jeden Morgen. Als Christine das Buch aufschlägt, liest sie gleich in der ersten Seite den Satz "Vertrau Ben nicht." Warum? Das weiß sie nicht ...

"Ich.darf.nicht.schlafen." beginnt mit einer brillanten Idee, anders kann man es nicht ausdrücken. Christines Ungewissheit wird quasi von Sekunde zu Sekunde deutlich spürbarer, sie kann überhaupt nicht mehr nachvollziehen, was wahr ist und was nicht. Sie ist völlig abhängig von Information von außen, die von jedem manipuliert werden können. Ist Ben tatsächlich der liebende Ehemann? Ist Dr. Nash wirklich der treusorgende Psychiater? Und wer ist eigentlich sie? Was ist nach ihrem 20. Lebensjahr mit ihr passiert? Aus diese Zutaten und Fragen mische S.J.Watson einen sehr gelungen Thriller, der allerdings ein Problem hat: gegen Ende läuft sich die Idee ein wenig tot. Sie plätschert aus und die Auflösung ist dann doch fast schon enttäuschend im Vergleich zu dem furiosen Start. Aber nichtsdestoweniger ist das ein großartiges Buch, das fesselt und eine schlaflose Nacht beschert!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen