Montag, 19. August 2013

Camilla Grebe / Asa Träff - Die Therapeutin

Siri Bergmann leitet zusammen mit ihrer besten Freundin eine kleine Praxis für Psychotherapie in der Stockholmer Innenstadt. Seit ihr mann vor einem Jahr bei einem Tauchunfall starb, leidet Siri unter wiederkehrenden depressiven Zügen, ihre Angst vor der Dunkelheit keht stärker als je zuvor zurück, und ihr Alkoholkonsum nimmt stetig zu. Als sie dann beim Baden in ihrem abseits gelegenen Haus ausgerechnet die Leiche einer Patientin findet, wird Siri immer unsicherer. Beobachtet sie jemand? Wer hat es auf sie abgesehen? Oder bildet sie sich doch alles nur ein?

Ich habe das Buch zusammen mit seinen zwei Fortsetzungen von meinem Mann zum Einzug bekommen. Empfohlen wurde es ihm in der Buchhandlung, weil ich Jussi Adler Olsen mag und er mir etwas Spannendes schenken wollte. Man sollte nicht immer auf Buchhändler hören, glaube ich, denn hier hat er mal so richtig daneben gegriffen. "Die Therapeutin" habe ich noch relativ schnell gelesen und war beim Lesen wirklich mächtig irritiert. Die Thrillerhandlung plätscherte ein wenig vor sich hin, war mäßig spannend und endete in einem Finale, das mich dann doch noch mehr irritierte, weil es so völlig ohne jeden Zusammenhang daherzukommen schien (denn mal ehrlich, wer sich auf Seite 300 noch an den Anfang des Buchs erinnert, der hat hier echt was besser gmeacht als ich). Vor allem gestört haben mich aber die Figuren, die alle irgendwie so völlig versoffen, krank und therapiebedürftig wirkten, dass ich mir langsam Sorgen machte um den seelischen Zustand der beiden Autorinnen (nicht, dass die da über sich selbst schreiben ... ) Es gab mal so gar keine, mit der ich irgendwie warm werden konnte. grade die Hauptfigur Siri nervte mich wirkliche xtrem. ja, Siri hat einiges in ihrer vergangenheit aufzuarbeiten - aber es wäre ja noch schöner, wenn sie es denn mal tun würde. Stattdessen verliert sie zum Teil einfach die Fähigkeit, sich ihren Patienten gegenüber objektiv zu verhalten und säuft wie ein Loch. Das macht nicht nur sie, sondern auch ihr Kollege Sven und ihre Freundin Aina, irgendwie gehen alle nur noch ins Systembolaget (das ist das schwedische staatliche alkoholgeschäft) und schleppen die Weinflaschen kistenweise mit sich rum. Dazwischen haben sie Sex oder stehen in der Gegend rum, den Beschreibungen nach zu urteilen, die für den bloßen Vorgang "Siri schaut aus dem Fenster" gerne mal eine Dreiviertelseite reservieren. Das Buchw ar irrsinnig langatmig und ich war bass erstaunt, als ich am Ende dann durch war, dei Fortsetzung lag quasi auf der Hand ...

Ich rate nicht unbedingt zu diesem Buch. Es ist ziemlich langwierig, zwar spannend aber wirkt irgendwie unfertig auf mich.

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