Donnerstag, 4. April 2013

Ariana Franklin - Die Totenleserin

Cambridge im Jahr 1170. Als ein kleiner Junge tot aufgefunden wird, sind die Juden schnell als Täter verdächtig und die Obrigkeit befürchtet einen Aufstand. Nach der vierten Leiche sieht sich König Henry II. gezwungen, zu handeln. Ein Leichenarzt muss her, wie es sie in Italien gibt. Er schickt ein Hilfegesuch nach Salerno an die Hochschule für Medizin und erhält den besten Totenarzt, den die Schule besitzt. Dass es sich dabei mit Adelia um eine der wenigen weiblichen Studentinnen handelt, sollte allerdings grade in England niemand wissen, dort sollen Frauen möglichst noch nicht einmal lesen lernen. So begibt sie sich mit ihrem Diener nach Cambridge, der den offiziellen Part übernimmt, und begibt sich auf eine Ermittlung, die sich als gefährlicher herausstellt als gedacht ...

Hmmm, was soll ich sagen? "Die Totenleserin" habe ich zusammen mit den beiden Fortsetzungen gekauft, hätte ich nur das erste Buch gelesen, wäre es auch nicht schlimm gewesen. Für mich ist das Buch ein klassischer Fall von "Geschichte als Staffage", die aber keinen wirklichen Zusammenhang zum Krimi herstellen kann. Irgendwie ist mir das alles zu vordergründig und zu sehr auf "wir brauchen jetzt mal was gaaaaaaaanz außergewöhnliches, hier finden wir es nicht, ach, da gehen wir halt ins Mittelalter" ausgelegt. Ich finde die Figuren sehr klischeehaft in ihrer Einzigartigkeit, da ist einfach viel zu viel reingepackt worden, um nur ja ein möglichst "authentisches" Mittelalterbild zu schaffen. Und genau mti dem hab ich ein Problem, weil da halt doch wieder nur dieses Bild vom düsteren Mittelalter bestätigt wird, das allerdings de facto eher auf Klischees beruht, die später entwickelt wurden. So hat man zwar immer ein spannendes Abziehbild vom Mittelalter, aber halt kein wirklich historisch interessantes Buch. Selbige Kritik gilt mehr und mehr auch für die beiden Folgebände "Die Teufelshaube" und "Der König und die Totenleserin", wo die "starke Frau kämoft gegen die Widrigkeiten des Mittelalter" wirklich extrem an die Grenze des Ertragbaren gehandelt werden. Als Krimi an sich spannend und unterhaltsam, als Mittelalter-Roman viel zu modern.

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