Sonntag, 28. April 2013

52 Wochen, 52 Buchfragen - Woche 18

Was machst du mit gelesenen Büchern?


Als ich die Frage gelesen habe, dachte ich spontan: "Na, ins Regal stellen, was denn sonst?" Aber das wäre als Antwwort ja doch irgendwie ein wenig kurz geworden, oder nicht? Deshalb dachte ich, ich nutze die heutige Woche einfach dazu, euch einen anderen Zweck für gelesene Bücher vorzustellen, dem ich gelegentlich nachgehe: ich mache sie zu Geld.

Die Möglichkeiten dazu sind vielfältig.

Bei mir hat es sehr viele Jahre lang sehr gut funktioniert, mich einfach auf den Flohmarkt zu stellen. Dadurch, dass ich doch recht viele Bücher kaufe und genau weiß, dass ich etliche davon nach dem ersten lesen einfach nicht noch einmal lesen will, habe ich eine relativ große Bandbreite an teils sehr aktueller Literatur anzubieten und nicht nur das, was irgendwelche Kellerfunde bei Oma hergeben. Was auf Flohmärkten sehr gern gekauft wird: Kinderbücher, allen voran die Klassiker. Danach aktuelle Romane. Was wirklich liegenbleibt sind eher ältere Bücher, die aber noch nicht so alt sind, dass sie historisch wertvoll wären, und aus dem Belletristikbereich stammen. Ich habe die Leute immer selbst bestimmen lassen, wieviel sie zahlen wollen, auf diese Weise nimmt man dann doch mehr ein ;-)

Eine weitere immer mal wieder erprobte Variante ist der Verkauf über ebay. Das Prinzip dürfte euch allen vertraut sein, man gibt sein Angebot ein und potentielle Käufer bieten auf das Buch. Am Ende erhält ebay einen prozentualen Anteil am Erlös, ihr Geld und der Höchstbieter ein Buch. Ich habe sehr lange über ebay Bücher weiterverkauft, allerdings bin ich immer mehr von der Plattform selbst ferngeblieben. Erstens, weil ebay als Anbieter nicht unbedingt mehr optimal ist und zweitens, weil es irrsinnig schwer ist, zwischen den ganzen professionellen Händlern überhaupt noch aufzufallen. Dazu kommt, dass ein Einstellen bei ebay nicht automatisch bedeutet, dass man das Buch verkaufen kann. Gerade nicht sehr aktuelle Bücher gehen dort kaum weg, maximal mit ganzen Buchpaketen kann man noch ein wenig verdienen. Es ist ziemlic zeitaufwändig und der Erlös schwankt sehr stark.
Wenn man einen definitiven Abnehmer haben möchte, ist man bei momox.de gut aufgehoben. Momox kauft gebrauchte Bücher (und CDs, Computerspiele und inzwischen auch Handys und Tablets) an. Auf der website gibt man die ISBN des Buchs ein und erhält dann ein Angebot. Das klingt theoretisch super, allerdings muss man sich drauf gefasst machen, dass man nicht allzu hohe Angebote erhalten wird. Momox verdient durch den Weiterverkauf und auf diese Weise versuchen sie natürlich, die Gewinnspanne groß zu halten. Das heißt, das man zum Teil sehr aktuelle Taschenbücher für maximal 2,00€ loswird oder bei etwas selteneren Büchern auch gar kein Angebot erhält. Was nett ist, selbst bei nicht ankaufbaren Büchern wird dir das Angebot gemacht, es für 1Cent zu entsorgen - immer noch besser als gar nichts und es gibt durchaus Bücher, die einfach nie wieder einen Käufer finden werden, weil sie so uninteressant/alt/wenig eyecatchend sind - für die lohnt es sich schon ein klein wenig. Um hier zu verkaufen müssen Bücher nur zwei Dinge erfüllen: in einem einigermaßen akzeptablen Zustand sein, d.h. ohne sichtbare Schäden, aber leichte Gebrauchsspuren durch Lesen sind absolut in Ordnung, und sie benötigen eine ISBN. Damit fallen leider etliche Bücher meines Regals weg, nämlich all die, die ich via Bertelsmann Club gekauft habe. Die haben keine ISBN, sondern eine andere Nummer, wil sie ja vom Club als eigene Ausgabe veröffentlicht werden, und somit kann ich sie nicht verkaufen. Hat man den Verkauf abgeschlossen, schickt man momox die Bücher zu - entweder zunächst auf eigenen Kosten (die aber am Ende mit überwiesen werden), oder man lässt es von DHL bei sich zu Hause abholen bzw. einen Versandschein ausdrucken. Das funktioniert sehr gut und man erhält sofort bei Eingang von momox eine Benachrichtigung, dass die Bücher nun geprüft werden. Wenige Tage später wird dann der Betrag auf das eigene Konto überwiesen. Es macht nicht reich, leert aber das Regal.

Ein ähnliches Prinzip verfolgt amazon Trade in. Auch hier verkauft man Bücher direkt an amazon, wobei hier die Anforderungsbedingungen noch härter sind, meiner Meinung nach, denn die Bücher dürfen nichtmal als Mängelexemplar gekennzeichnet sein (im gegensatz zu momox). Die Angebote sind ein bisschen besser bei amazon, allerdings nehmen sie auch nicht so viele Bücher wie momox an. Man erhält kein Bargeld überwiesen, sondern das Geld als amazon-Gutschein - hier bleibt also alles in der Familie. Damit finanziere ich mir ehrlich gesagt vor allem meine amazon-Einköufe, wenn ich also weiß, ich will mir da ein Buch kaufen, dann sponsore ich mir zuerst einen Gutschein.

Andere Möglichkeiten gibt es natürlich, die habe ich aber ehrlich gesagt noch nie probiert. Alle hier vorgestellten Möglichkeiten bieten nicht unbedingt große Preisspannen und wirklich reich wird man davon auf keinen Fall - es ist halt ein kleiner Bonus, den man haben kann, wenn man sich von einigen Büchern trennen möchte ;-)

1 Kommentar:

  1. Wow, das passt ja zeitlich genau. Wir haben das Wochenende gerade ein paar Bücher aussortiert und überlegt was wir jetzt damit machen.

    Ich habe sie jetzt mal bei Momox eingegeben. Viele sind bei gerade mal 0,15€, aber auch recht viele bei 1-2€. Zwei Taschenbücher haben es sogar auf ca. 3,40€ geschafft.

    Zu Weihnachten habe ich mir ein 90€-Fachbuch aus England gegönnt für das man in Deutschland mit 3 Wochen Wartezeit ca. 100€ bezahlt. Testweise habe ich auch das bei Momox eingegeben und war erstaunt, das ich gerade mal 6,50€ dafür bekommen hätte.

    Im großen und ganzen bin ich aber mit dem Ergebnis ganz zufrieden, immerhin ist der (Zeit-)Auswand recht gering und man wird auch die Bücher los (Kategorie 0,15€) bei das Verhältnis von Aufwand zu Erlös sonst nicht unbedingt stimmt.

    Jetzt müssen wir mal schauen, was wir mit den Büchern machen. Ich schätze aber wir nehmen die einfache Lösung.

    Also danke für deinen Beitrag. er kam für uns wie gerufen.

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