Sonntag, 1. September 2013

David Safier - Mieses Karma

 Kim Lange ist erfolgreiche Fernsehmoderatorin, verheiratet und hat eine kleine Tochter. Nach außen hin eigentlich ein perfektes Leben, doch tatsächlich knirscht es gewaltig im Gebälk. Ihr Ehemann will sie verlassen, die Tochter kennt sie nur vom Bildschirm, und als sie endlich den Deutschen Fernsehpreis erhält, wird sie auch noch von den Überresten einer russischen Raumstation erschlagen. Doch es gibt Hoffnung. Kim wird wiedergeboren, doch ihr Karmakonto ist tief in den roten Zahlen und so findet sich Kim in einer Kolonie von Sechsbeinern wieder, die einen dicken Hintern haben und Kuchenkrümel schleppen. Ein Leben als Ameise kann sie sich allerdings nicht vorstellen, allein schon, weil sie in dieser Größe kaum verhindern kann, dass ihr Mann sich mit einer neuen Gattin tröstet. Also muss sie Karmapunkte sammeln, auf Wiedergeburt hoffen und so ihr altes Leben irgendwie regeln. Dass ihr dabei ausgerechnet ein gewisser Giacomo Casanova hilft, vergrößert das Chaos eher ...

Ja, was soll man sagen? Die Ausgangsbasis des Buchs ist, wie immer bei Safier, extrem lustig. Und diesmal schafft er es auch eher, ein lustiges Buch zu schreiben, allerdings hält er das nicht lange durch. Etwa ab der Hälfte wird die Geschichte einfach immer dünner und flacher, auch Casanovas Fußnoten reißen da nicht mehr viel raus. Der Witz versickert irgendwo in diesen Seiten, weil sich sehr viel wiederholt. Darüber hinaus schafft Safier es einfach nicht, seine "die inneren Werte zählen"-Botschaft so zu verpacken, dass sie nicht übergestülpt wirkt. Kim ist das gesamte Buch über eine unsympathische, egoistische Meisterzicke, und ehrlich, ich gönne ihrem Mann die Neue an seiner Seite ganz extrem. Das Buch kann ganz witzig sein in einer Situation, in der man nicht großen Wert auf Tiefsinn liegt und es im Notfall auch nicht weiter mit sich herumschleppen will. Ein typisches Strandbuch, meiner Meinung nach, das dem Hirn nicht so weh tut wie andere des Autors ;-)

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