Mittwoch, 18. September 2013

Wohnen im Norden: Miniaturwunderland Hamburg

Vor drei Wochen haben mein Mann und ich nicht nur eine Hafenrundfahrt gemacht, sondern auch noch den Ort besichtigt, in den wir beide schon ewig mal reinschauen wollten. Wir waren im Minaturwunderland Hamburg.

Die meisten werden davon sicher schon gehört haben, aber dennoch folgt hier jetzt der ultimative Werbespot - ich war nämlich wirklich begeistert! Das Miniaturwunderand ist eine Ausstellung von sehr begeisterten Modelleisenbahnfreunden. Über drei Etagen in der Hamburger Speicherstadt ziehen hunderte von Modellbahnen in verschiedenen Themenbereichen, die nach Ländern sortiert sind. Zur Zeit gibt es Gegenden aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Skandinavien (Schweden, Dänemark und Norwegen) und den USA zu besichtigen. Wobei, besichtigen trifft es nicht so richtig.
Tatsächlich ist diese Ausstellung ein einfach nur spannendes Suchen nach Details, nach kleinen und großen Ideen in einer unglaublich detailliert ausgearbeiteten Welt. Hier drüben seht ihr z.B. einen Blick in die Schweiz, die Alpen im Hintergrund gehen noch eine Etage höher. Überall, wo man läuft, fahren Züge, selbst die Treppenstufen sind zur Zeit mit Plexiglas ausgekleidet, so dass man die Züge auf dem Weg zurück ins Depot verfolgen kann.
Ins Auge fallen natürlich zuerst einmal die ganzen großen Anlagen, die sich durch die Ausstellung ziehen und mehrere Quadratmeter groß sind. Wobei wir bei einer "Hinter-die-Kulissen"-Führung beteiligt waren und gelernt haben, dass der größte Teil der Schienen nicht zu sehen ist, weil sie hinter den Anlagen verlaufen und die Züge wieder zurück zu ihrem Startpunkt bringen. Zur Zeit entsteht eine neue Anlage, die sich Italien widmet und noch im Rohbau steht. Aber auch hier durften wir mal genauer hinschauen und haben so nicht nur gelernt, dass hinter all den akkuraten Arbeiten erst mal detaillierte Planungen stehen, die die Schienen exakt verlegen und daran dann die Landschaft ausrichten. Danach werden Miniaturen der Ausstellungsplanung angefertigt, um herauszufinden, ob die Planung so funktioniert und wie alles aussieht. Und dann geht es ans Werken. Die Eröffnung für Italien ist für etwa 2014 geplant, in der offenen Werkstatt kann man auch zur Zeit ein bisschen sehen, wie das alles aussehen wird. Ein Teil Riminis ist schon fertig, aber es soll auch noch die Toskana dazukommen, der Vesuv und Pompeji (sowohl neu als auch alt) und  Rom, inklusive ausgewählter Sehenswürdigkeiten.

Mein Mann war in erster Linie begeistert von den Bahnen und ganz ehrlich, bei den mehrheitlich männlichen Besuchern hört man sehr oft den Satz "Das Gebäude hab ich auch zu Hause". Das aber gepaart mit leuchtenden Augen und einem Krieg um die Knöpfe, die die Spezialeffekte in Gang setzen. Da sind dann kleine Szenen, die zum Leben erwachen, sei es eine missglückte Baumfällaktion, eine runterfallende Schranke am Flughafenparkhaus oder ein Ritterturnier.
Und dann ist da natürlich noch der Flughafen. Es fahren nicht etwa nur Eisenbahnen, sondern es heben auch Flugzeuge ab. Die Abteilung Hamburger Flughafen ist wirklich dicht belagert, es ist aber auch echt krass, weil man das nicht mal so eben zu Hause bastelt. Genauso wie in Skandinavien Schiffe in echten Wasserbecken fahren. Der technische Aufwand ist enorm und selbst ich als Technikunbegeisterte stand fasziniert davor. Aber die Frage ist, ob die Ausstellung auch was für Leute bietet, die keine Modellbahn zu Hause haben und da kann ich nur sagen: ja, das tut es! Da sind ja nicht einfach nur ein paar Bahnen, die im Kreis fahren, sondern man kann total abtauchen in die kleinen Details. Mich hat vor allem eine Sonderausstellung begeistert, die eine Straße in Berlin ab 1945 zeigt. In mehreren Glaskästen war immer derselbe Straßenzug im Laufe der Jahre zu sehen. Von den Kriegszerstörungen hin zur allmählichen Teilung der Straße in Ost und West bis zum Mauerbau und endlich der Wiedervereinigung.

Diese kleinen Szenerien sind unglaublich detailliert. Im Kino laufen aktuelle Spielfilme, die Figuren sind arrangiert als würden sie miteinander interagieren. Beim Diorama zum Mauerbau ist sogar diese berühmte Szene vom Mauersprung mit eingebaut. In der DDR ist ein Pittiplatsch-Handpuppentheater zu finden, es gibt  eine Techno-Disco und wer weiß was ich noch alles übersehen habe :-)
Ihr merkt, ich war begeistert und ich vermute, ich werde noch öfter auftauchen und mir das alles anschauen. Denn auch wenn wir vier Stunden dort verbracht haben (vom Ende der Hafenrundfahrt bis zum Schließen der Ausstellung), irgendwann ist man gar nicht mehr aufnahmefähig. Außerdem muss ich definitiv noch Fotos in Skandinavien und in den USA machen - da hat dann die Kamera gestreikt. Komisch, waren doch nur 1587 Fotos, die wir gemacht haben ;-)



 
 

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