Mittwoch, 4. September 2013

Hjorth & Rosenfeldt - Die Frauen, die er kannte

In Stockholm werden Frauenleichen gefunden. Alle Frauen wurden in ihrem Haus überfallen, vergewaltigt und ermordert. Der Mörder hatte ihnen altbackene Nachthemden angezogen und jeder, der auch nur kurz bei der Polizei ist, erinnert sich automatisch an Edward Hinde, den Serienmörder, der vor zehn Jahren Stockholm in Angst versetzte. Doch Hinde sitzt in seiner Einzelhaft und hat keinen Kontakt nach draußen. Als sich herausstellt, dass das letzte Opfer nur kurz vor ihrem Tod einen One-Night-Stand mit Sebastian Bergmann hatte, kommt der Reichsmordkommission eine Idee: handelt es sich etwa tatsächlich um eine Racheaktion Hindes an Sebastian, der ihn damals hinter Gitter brachte?

Vom ersten Roman war ich ja ziemlich begeistert und auch der zweite war, meiner Meinung nach, sehr gut. Wenn auch nicht mehr ganz so gut wie der Vorgänger, denn die Privatgeschichten der Figuren machen hier jetzt doch einen ziemlichen Anteil am Buch aus. Beeindruckt hat mich dabei allerdings, dass die Autoren es wagen, die Figuren weiterzuentwickeln. Billy z.B. wird durch seine neue Freundin ermuntert, seinen Platz im Team zu erweitern, was natürlich Auswirkungen auf die Beziehungen zu seinen Kollegen hat. Auch Sebastians Charakter wird stärker entwickelt, seine manipulative Seite kommt stark heraus. Sebastian hat es sich in den Kopf gesetzt, seine Tochter, von der er am Ende des ersten Bands erfahren hat, mit ihm zusammenzuführen und einen Keil zwischen sie und ihren Vater zu treiben. Dabei geht er im Notfall über Leichen, so will es scheinen, und manchmal weiß man als Leser wirklich nicht, ob man ihn auch nur noch im geringsten bedauern kann für sein Trauma. Eher wirkt es so, als würde er seine tote Tochter Sabine gegen seine neue Tochter austauschen wollen - ob die will oder nicht. Rücksichtslos, egoistisch und verletzend geht er vor, kann man diesem Mann auch nur etwas Positives abgewinnen? Vielleicht, denn er ist auch durchaus in der Lage, nett zu sein, er übernimmt Verantwortung und versucht alles, um Hinde zur Strecke zu bringen und andere zu schützen. Dieser Mann ist tief gespalten, das macht das Buch so spannend!

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