Dienstag, 17. September 2013

Amy Tan - Das Tuschezeichen

Ruth Young ist Amerikanerin mit chinesischen Wurzeln. Das Land ihrer Mutter ist ihr in den Familientraditionen geläufig, doch viel mehr fühlt sie sich zu Hause in den USA, wo sie mit ihrem Lebensgefährten und dessen zwei Töchtern lebt und als Ghostwriter Selbsthilfebücher schreibt. Sie ihr ihrer Mutter entwachsen und gleichzeitig kommt sie nicht los von der Frau, die sich in letzter Zeit immer seltsamer benimmt. Als der Arzt bei LuLing Alzheimer diagnostiziert, beschließt Ruth, sich um ihre Mutter zu kümmern. Das Verhältnis der beiden war schon immer angespannt, LuLings "chinesische" Einstellungen und Ruth "amerikanischer" Lebensstil schienen so gar nicht zusammen zu passen. Als Ruth dann jedoch in der Wohnung ihrer Mutter ein altes Manuskript mit chinesischen Schrifteichen findet, taucht sie ein in das Leben ihrer Mutter im vorrevolutionären China, in dem LuLings Familie mit der Produktion von Tusche zu Ruhm und Ehre gelangte. Und sie beginnt allmählich, das Verhalten ihrer Mutter zu verstehen ...

Amy Tan bin ich zufällig über die Schreibfeder gelaufen, damals war ich vierzehn oder fünfzehn und habe einen Auszug aus "Töchter des Himmels" gelesen. Sehr lange habe ich nie wieder daran gedacht, bis ich dann "Das Tuschezeichen" gefunden habe und sofort begeistert war. Der Roman ist nicht nur eine sehr spannende Familiengeschichte, sondern variiert in einem sehr angenehmen Erzählstil die Suche nach sich selbst, die man nur dann beenden kann, wenn man seine Vergangenheit annimmt. LuLings Geschichte selbst ist eine Geschichte um ein gut gehütetes Familiengeheimnis, dessen Lösung dann auch Ruth Leben beeinflussen wird. Das alles wir in einem ruhigen, fließenden Ton erzählt, der mich sofort gefangen genommen hat. Ich habe einfach nur immer weiter gelesen und war völlig fasziniert von den Schilderungen des Lebens in China und der Tuscheherstellung. Es war wunderbare Lektüre zum Eintauchen und Wiederlesen :-)

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