Mittwoch, 27. März 2013

Tom Bale - Amok

Chilton, ein kleiner Ort in England, wird eines Morgens zum Schauplatz eines Amoklaufs. 16 Tote wird es am Ende gehen, darunter den Amokläufer, der sich selbst erschossen hat. Und eine Überlebende, Julia Trent, die nur zufällig im Ort war, um das Haus ihrer verstorbenen Eltern auszuräumen. Julia schwört Stein und Bein, dass es einen zweiten Täter gibt, aber die Polizei schenkt ihr keinen Glauben. Gemeinsam mit dem Journalisten Craig stellt sie auf eigene Faust Ermittlungen an und gerät in ein Wespennest aus Korruption und windigen Geschäftsabschlüssen, in desssen Zentrum der schwerreiche George Matheson steht.
Auf meinem (preisreduzierten Mängel-) Exemplar klebt noch der schicke Aufkleber "VOX Krimi-Tip" und ich vermute, das war genau der ausschlaggebende Grund, das Buch beim Wocheneinkauf mitzunehmen. Der Klappentext klang vielversprechend, der Aufkleber wirkt vertrauenserweckend - wieso nur hatte ich dann beim Lesen selbst immer weniger das Bedürfnis, tatsächlich weiterzulesen?
Gründe gibt es dafür effektiv nur zwei, aber die haben es in sich. Der eine ist, dass der Thriller fast schon zu sehr nach "am Reißbrett entworfen" klingt. Es ist einfach alles an Versatzstücken drin, die man benötigt, um einen Thriller zu schreiben: Verschwörung, Action, Anschläge, es knall alle paar Seiten. Das ist gekoppelt an ebenso altbewährte Thrillerfiguren, die typischerweise auftauchen: der korrupte Bulle; die lesbische beste Freundin; das Opfer mit Handicap; der Geschäftsmann mit der vorgeblich weißen Weste; der alkoholabhängige Journalist; soll ich weitermachen? Und genau daran liegt das Problem, das ich mit dem Buch hatte. Tom Blake verlässt sich darauf, dass diese bewährten Versatzstücke schon reichen, um den Leser bei der Stange zu halten. Aber leider schafft er dabei nichts Überraschendes oder Neues, sondern einfach nur ... eine plumpe Aneinanderreihung von Klischees und Wendungen, bei denen man, je länger man liest, immer mehr denkt: "Ach nein ... nicht auch noch ... Überraschung!" So schade es ist, man hätte aus der Grundidee viel mehr rausholen können als es dann letztlich geworden ist :-(

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