Samstag, 16. März 2013

Heike Wolf - Die Tote im Nebel

Marburg, 1803. Die beschauliche Studentenstadt gerät in helle Aufruhr, als immer wieder Menschen und Tiere durch einen Wolf angegriffen werden. Als dann auch noch die Leiche eines jungen Mädchen tot im Fluss treibt, kennen Angst und Gerüchte kaum noch Grenzen. Dass der junge Arztadjunkt Julius Laumann Stein und Bein schwört, die Tote sei vergiftet worden (und sich mti der Marburger Ärztschaft anlegt) und sich Sophie Dierlinger, eine Freundin der Toten, in den Kopf gesetzt hat, den Mörder zu finden, ist da nur noch der Gipfel des Aufruhrs. Und mittendrin zwei junge Studenten, die charakterlich nicht verschiedener sein könnten, obwohl sie doch Brüder sind - Jakob und Wilhelm Grimm ...
Ich habe das Buch neulich spontan am Bahnof gekauft, weil ich etwas für die Fahrt zur Arbeit gekauft habe. Inhaltsangabe und Cover haben mich angesprochen und ich wurde nicht enttäuscht. "Die Tote im Nebel" ist ein flüssig zu lesender, netter Krimi für Zwischendurch, der seine Besonderheit natürlich auch dadurch erlangt, dass er in der spannenden Zeit der deutschen Romantik angesiedelt ist. Die kurzen Ausflüge in die Gedankenwelt der Deutschen nach der Französischen Revolution fand ich interessant und die Begegnungen mit dem Marburger Kreis der Literaten und Professoren hat mir grade als Deutschlehrer gefallen. Heike Wolf betreibt viel Name Dropping, aber immer nur dann, wenn es wichtig für die Geschichte ist, sie zeichnet nette Charaktere, denen man gerne folgt, ist modern genug, um nicht altbacken zu wirken, und zeichnet trotzdem ein gutes Bild der Zeit. Was will man mehr von einem historischen Kriminalroman?

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