Freitag, 15. Februar 2013

Guy Delisle - Pjöngjang

Guy Delisle wird von einer französischen Firma losgeschickt, um zwei Monate lang die Entstehung einer französischen Trickfilmserie zu überwachen. Einsatzort: Pjönjang, Nordkorea. Die Hauptstadt des wohl isoliertesten Landes der Welt. In dieser Graphic Novel schildert Guy tagebuchartig diese zwei Monate in einem Land, in dem abends der Strom abgeschaltet wird, um die Monumentalbauten beleuchten zu können, und jeder unter Generalverdacht steht. Dabei ist er selbst aber nicht bereit, sich länger mit dem Staat oder seinen Bewohnern zu beschäftigen, er ist einfach nur ein zynischer Beobachter, der weiß, dass sein Aufenthalt begrenzt ist ...
Was mich an dem Comic fasziniert hat, ist zum einen die sehr reduzierte Strichführung (ich bin einfach Alan Moore verwöhnt ;-) , die aber gerade die Absurdität dieses Landes einfängt. Man muss sehr genau hinsehen, um die Unterschiede zwischen den Berichten des staatlich verordneten Reiseleiters und den Bildern festzustellen. Dazwischen wird er dann wieder sehr deutlich, etwa mit dem wiederkehrenden "Eine dieser Personen ist ein Staatsverräter, aber welcher?"-Panel. Allerdings kann das auch dazu führen, dass diese Einblicke nach Nordkorea fast schon isn Surreale abdriften und man als politisch weniger informierter Leser dazu tendiert, das für eine nette Absurdität zu halten. Einerseits wird das Alltagsleben in Nordkorea versprochen, andererseits erfährt man kaum etwas davon, das hat mir an diesem Buch weniger gefallen. Insgesamt ist es nicht schlecht, aber eben nicht volle Punktzahl.

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