Donnerstag, 12. Juli 2012

Sarah Bongiorni - Ein Jahr ohne "Made in China"

Es ist Weihnachten 2005, als Sarah Bongiorni nach dem üblichen Bescherungschaos ihre Geschenke an die Kinder betrachtet und feststellt: ihr Haus ist chinesisch. Produkte, die in China hergestellt werden, überschwemmen den amerikanischen Markt, und genau damit soll jetzt Schluss sein. Das Jahr 2006 will die Familie ohne Produkte aus China bestreiten...
Das Buch klingt zunächst einmal sehr interessant und ich dachte, ich lerne damit doch einiges über Globalisiserung, Konsum und ein bisschen praktische Hilfe, sollte ich selbst weniger "Made in China" kaufen wollen. Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass keine dieser Hoffnungen erfüllt wird. Das Buch ist unglaublich oberflächlich, man erfährt so gut wie nichts an Hintergrundinformationen zu Produktionen in China oder auch einfach nur zu den Auswirkungen, die die Auslagerung von Arbeitsplätzen und Produktionsvertrieben nach China hat. Sarah Bongiorni wirkt auf mich beim Lesen sehr oberflächlich - typisch amerikanisch verkneife ich mir mal, aber ich glaube wirklich, dass das Buch eine amerikanische Sichtweise vermittelt, die ich einfach nicht einnehmen kann - und was ich mich im Laufe des Buches immer mehr gefragt habe: hat sie eignetlich während dieses Experiments irgendetwas gelernt, was über "ui, das ist aber schwer, was zu finden, was nicht auch China ist" hinausgeht? Ich saß ziemlich fassungslos vor diesem permanenten Konsumrausch, in dem sie sich befindet und in dem ihre Kinder aufwachsen, da wird einfach ständig nutzloser Plunder eingekauft (und hey, ich bin echt niemand, dem man vorwerfen kann, nur sinnvolle Ausgaben zu tätigen, mein Kosmetikregal im Bad spricht davon Bände!) und dann drüber gejammert, dass man jetzt ja umsteigen muss auf etwas anderes. Da werden wahllos zum Kindergeburtstag halt irgendwelche Geschenke eingekauft (fragt eigentlich mal jemand das Geburtstagskind, was es sich wünscht?), dann sich aber drüber aufgeregt, wenn der Ehemann die defekte Kaffeemaschine auswechseln will und nur chinesische Maschinen findet. Das Buch hat keinen Mehrwert und die Schreibweise ist, neben ihrer Oberflächlichkeit, mit whansinnigen Längen versehen. Ein Buch, das ich uneingeschränkt nicht empfehle.

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