Dienstag, 3. Juli 2012

Benjamin Lebert - Im Winter dein Herz

Manchmal ist es ziemlich schwer, einfach nur sachlich über ein Buch zu urteilen. Die Bücher von Benjamin Lebert sind so ein Fall bei mir.
Als ich 16 war, kam "Crazy" raus und ich war einfach hin und weg. Ich kann nichtmal genau sagen, warum - war es die Geschichte eines Außenseiters, in die ich mich damals sehr gut einfühlen konnte, war es der Autor selbst, war es die Tatsache, dass dann sehr schnell ein Film rauskam, den ich ungefähr zehnmal gesehen habe? Fest steht eigentlich nur, dass ich mit 16 eine der Autorenlieben meines Lebens gefasst habe und setidem sehr, sehr unkritisch gegenüber Büchern bin, die den Autornennamen "Lebert" aufweisen.

Aber ich versuche es natürlich trotzdem, meine Meinung zu begründen. Ich bin eigentlich ein Leser, der eines in seinen Büchern haben will: eine klare, direkte Sprache ohne große Andeutungen, ohne ständiges Philosophieren und Wortschwelgereien. Ich mag kein Geschnörkel im Buch, sonst schweifen meine Gedanken gerne mal ab zu einem dauerhaften "komm endlich zu Potte, Mann". Die einzige Ausnahme bilden wirklich die Bücher von Lebert (bei dem ich immer wieder überrascht bin, wir sind derselbe Jahrgang und irgendwie wirkt er auf mich genaus wenig "erwachsen" wie ich es sein sollte ...), denn bei denne schwelge ich einfach mit und selbst, wenn ich das Gefühl habe, irgendwo inhaltlich nicht mitgekommen zu sein und am Ende mit dem Gedanken "Huch, was war das denn?" das Buch zuzuschlagen, habe ich dennoch bei genau dieser Bewegung einfach nur ein warmes Gefühl im Bauch und möchte gerne mal "Danke" sagen, dass ich ein ganzes Buch lang das Gefühl hatte, ein völlig stimmiges, schönes, schwelgendes, perfektes Buch gelesen zu haben. Und das war auch dieses Mal so - grade, weil das Buch einerseits eine interessante Utopie ist und andererseits so eine alltägliche und trotzdem verrückte Geschichte ist. Ich bin wieder einmal schwer verliebt und freue mich, dass er es endlich geschafft hat, wieder zu seiner Autorenstimme zu finden. Und deshalb sage ich hier wirklich nichts weiter als "Danke!"

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