Sonntag, 8. Juli 2012

Gilles Leroy - Zola Jackson

New Orleans im Jahr 2005. Der Hurrikan Katrina hat die Stadt überschwemmt und irgendwo in ihrem Haus, dem sich die Wassermassen nähern, sitzt die pensionierte Lehrerin Zola Jackson und weigert sich, ein Rettungsboot zu besteigen, wenn sie ihren Hund Lady nicht mitnehmen darf. Denn diesen hat ihr ihr Sohn geschenkt und sie will ihn nich verlassen. In einem langen Monolog an ihren Sohn erklärt sie, warum es so wichtig ist, hier zu bleiben, mit Lady, und im Notfall lieber mit Lady zu sterben als ohne Lady zu überleben...

Ich habe das Buch wirklich nur zufällig damals in der Bibliothek mitgenommen. Die Überlegung war in etwa so: "He, ich hab noch Platz in der Tasche ... oh, da ist ein dünnes Buch ... nehm ich mal das". Dass ich damit wirklich ein Sahnestückchen erwischt habe, habe ich erst beim Lesen entdeckt. "Zola Jackson" ist so faszinierned, so anders geschrieben, weil es einfach schonungslos ist. diese Zola ist keine sympathsiche ältere Dame, sie hat noch nichtmal ein paar Kanten, sondern sie besteht nur aus Ecken und Widersprüchen und uunsympathsciehn Wesenszügen, und dann hat man sie am Ende doch ins Herz geschlossen, weil man sie zu verstehen gelertn hat. So, wie man sich seine Eltern nicht aussuchen kann, kann man sich auch manche Romanfiguren nicht aussuchen, man kann nur versuchen, sie so zu nehmen, wie sie sind und am Ende feststellen, dass man sie irgendwie vermisst. Mir geht das Buch einfach nicht mehr aus dem Kopf, so gut fand ich es, und wenn es nicht so verdammt teuer wäre (Entschuldigung, aber 18,90€ für eine kurze geschichte?????), wäre es schon längst dauerhaft bei mir eingezogen.

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