Donnerstag, 20. Juni 2013

Ponines Bücher-ABC - F wie Fibeln


Eigentlich müsste dieser Post unter M erscheinen, M wie Mimi. So hieß nämlich die Hauptfigur in meiner Fibel - allerdings finde ich dazu gar nichts mehr im Internet, was eigentlich komisch ist. Ich weiß noch, Mimi war ein komischer Hampelmann und in der Fibel tauchten auch noch Susi und Otto auf. Und alle, alle haben sie gerufen. Gerufen, wenn sie an der Ampel standen, gerufen, wenn sie nebeneinander beim Essen saßen, gerufen, gerufen, gerufen - das nannte sich dann Wortschatzerweiterung ;-) Ich mag das Wort "rufen" immer noch nicht, warum lieben Fibel-Autoren es? Ja, die Buchstaben sind einfach, aber im Klang finde ich das Wort ganz schrecklich. Es klingt dumpf und sehr lahm, da gibt es doch viel Besseres.

Überhaupt, warum bleiben einem von Schulbüchern immer diese seltsamen Sätze im Kopf? Als ich in Bournemouth mal abends weg war, haben die Engländer dort ihre Deutschkenntnisse ausgepackt und alle waren sich einig: der Satz, der bei ihnen hängengeblieben ist, lautet: "Der Bahnhof ist auf der linken Seite der Straße." Nicht rechts, nicht da vorne, nicht irgendwo anders, nein - egal in welchem englischen Lehrwerk, der Bahnhof stand auf der linken Seite. Deutsche Gründlichkeit eben, die zieht sich auch durch die Stadtplanung :-)

Okay, in den meisten Englisch-Büchern, die ich kenne, haben wir auch immer eine ganz bestimmte Familienkonstellation. einmal Eltern mit zwei Kindern, einmal ein Einzelkind, einmal geschiedene Eltern, eine Familie hat eine Katze, eine hat einen Hund und eine davon hat entweder afrikanische oder pakistanisch/indische Vorfahren. Oh, und eine Cousine in Deutschland existiert natürlich auch ... Überhaupt, man lernt doch großartige Dinge. Ein Wort, dass ich nie vergessen werde, ist "razorbill". Los, spontan, was bedeutet es? Die Antwort ist ... Thordalk. Was das ist? irgendein Seevogel, der an der Küste rumfliegt. Ja, die Durchschnittsmöwe genügt dem bayerischen Englischlerner nicht, da muss der Thordalk her - was Möwe heißt, habe ich dann ein paar Jahre später bei Harry Potter gelernt. Lesen bildet halt doch, auch mit sprechenden Socken ;-)

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