Dienstag, 4. Juni 2013

Elliott Hall - Den ersten Stein

Die USA in der näheren Zukunft. Nach einem Atombombenanschlag auf Texas hat es die religiöse Rechte geschafft, die Macht zu erlangen. Demokratie und Toleranz haben sich Stück für Stück verabschiedet und die Gesellschaft hängt an den Lippen des Radiopredigers Bruder Isaiah, der mit seinem "Kreuzzug der Liebe" von Stadt zu Stadt zieht und die Sünden der Obrigkeit anprangert. In New York ist diese Tour zu Ende, denn der Charismatiker wird in seinem Hotelzimmer ermordet. Da Bruder Isaiah bei seinen Aktionen nicht unbedingt nur legale Handlungen begangen hat, sollen möglichst keine offiziellen Institutionen mit der Suche nach dem Mörder beauftragt werden. Stattdessen erhält Felix Strange den Zuschlag, seines Zeichens Privatdetektiv und Veteran des Irak-Kriegs. Da er sich dort eine schwere Krankheit zugezogen hat, ist er angewiesen auf Medikamente, die nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich sind - ein ideales Erpressungsopfer, das sich möglichst schnell um eine Lösung bemühen wird. Und so macht er sich auf die Suche und stößt in ein Wespennest aus christlichem Fundamentalismus und dunkeln Machenschaften ...
Das Buch klang verdammt spannend und gelegentlich brauche ich einfach einen hard-boiled Ermittler, der nichts mit Topflappenhäkeln am Hut hat. Mit Felix Strange ist man gut bedient, gegen den ist selbst der Terminator ein wortgewandter Charmebolzen. Auch die dystopischen Elemente gefallen mir wirklich gut, diese völlig aus der Bahn geratene Gesellschaft ist ein interessanter Blick, der sehr realistisch gehalten ist trotz aller Brutalität.
Aber, und hier sind wir jetzt wieder einmal bei einem großen Aber in Fettdruck mit Blinkfunktion, dieser schöne Eindruck verplätschert im Buch einfach. Der spannende Plot wird immer belangloser, was auch daran liegt, dass Elliott Hall viele Dinge ungesagt lässt (mich würde jetzt mal brennend interessieren, welche Krankheit Strange eigentlich hat!) und ich mich beim Lesen immer mehr nach diesen "uninteressanten" Details gefragt habe und dabei die eigentliche Geschichte in den Hintergrund habe geraten lassen. Um ehrlich zu sein, ich habe mich an die Auflösung nicht mehr erinnern können, nachdem ich das Buch zugeschlagen hatte und das will wirklich etwas heißen! An und für sich war der Fall nämlich ultraspannend, nichts für Weicheier und hatte alle Elemente eines guten Action-Films - schade drum!

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