Mittwoch, 21. März 2012

Ransom Riggs - Die Insel der besonderen Kinder

Macht ihr das auch manchmal, ein Buch zu kaufen, obwohl ihr gar nicht wisst, worum es geht, nur weil euch das Cover gefällt? Hin und wieder geht es mir so, und dieses Buch hier ist mir im wahrsten Sinne des Wortes vor die Füße gefallen - letzten Freitag auf dem Weg nach Hause fiel es der netten Dame vom Buchgeschäft drei Häuser weiter aus den Händen, als sie das Schaufenster neu dekoriert hat, und kullerte die Treppe runter genau vor mich. Na, wenn das kein Zeichen ist :-)

Das Buch erzählt die Geschichte des 15jährigen Jacob. Als kleiner Junge erzählt ihm sein Großvater seltsame Geschichte über damals, als er aus Polen auf eine Insel geschickt wurde. Eine Insel, auf der es keine Monster gab, die ihn verfolgten, sondern im wahrsten Sinne des Wortes besondere Kinder - ein Mädchen, das immer etwas über dem Boden schwebt; einen unglaublich starken Jungen, der mit Felsen jongliert; eine unsichtbaren Jungen und viele andere mehr. Später tut Jacob es ab als die Erinnerungen eines vom Holocaust traumatisierten Alten, der allmählich dement wird, und ignoriert die Fotos, die sein Großvater als Beweise vorgelegt hat. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem er ihn sterbend im Wald findet, zerfleischt von den Monstern. Und er beschließt, die letzte Bitte seines Großvaters wahr zu machen: die Kinde rzu finden und zu warnen.

"Die Insel der besonderen Kinder" ist ein ziemlich faszinierendes Experiment. Denn hinter dem recht faszinirend-gruselig gestalteten Einband verbirgt sich nicht nur eine - leider verdammt offen endende - Fantasy-Geschichte für Jugendliche, sondern der Leser findet tatsächlich die Fotos, von denen die Rede ist. Von Ransom Riggs in mühevoller Kleinarbeit zusammengeragene Schwarz-Weiß-Bilder, die die Geschichte nicht nur illustireren, sondern wirklich mittragen. Denn die so absurd wirkende Geschichte erhält für uns bild-gläubige Post-20.-Jahrhundert-Leser viel mehr Realität, als wir es uns wünschen. Ich kann nur empfehlen, das Buch nicht sofort durchzublättern, sondern die Bilder wirklich beim Auftauchen auf sich wirken zu lassen, das ist faszinierend.

Das einzige Manko, das ich beim Lesen festgestellt habe, ist Jacob. Der Junge ist für mich die am schlechtesten ausgearbeitete Figur im ganzen Buch. Irgendwie fehlt mir der Zugang zu ihm, ich kann nicht erklären, woran es liegt. Aber trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen, es unterhält sehr gut, es macht Lust auf die Fortsetzung, und die Bilder sind einfach gut gewählt ;-)

1 Kommentar:

  1. Mir geht das total oft so mit den Büchern, dass ich einfach mal drauf los kaufe, in 9 von 10 Fällen geht das auch eigentlich gut.
    Das Buch hört sich echt spannend an, muss ich mal nach schauen :-) Danke!

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