Dienstag, 30. Oktober 2012

John Boyne - Das Haus zur besonderne Verwendung

Russland 1915: In einem kleinen Dorf verhindert der sechzehnjährige Bauernsohn Georgi ein Attentat auf ein Mitglied der Zarenfamilie. Zar Nikolaus II. ruft Georgi daraufhin nach Sankt Petersburg, wo er ihn zum Leibwächter seines einzigen Sohnes ernennt. Georgi weicht dem kleinen Zaren fortan nicht mehr von der Seite, denn nicht nur die Angst vor Attentaten treibt den Zaren um, sondern vor allem die Sorge, seinen einzigen Sohn an die Bluterkrankheit zu verlieren. Doch schon bald ist Georgi abgelenkt von einem anderen Mitglied des Zarenhauses: er verliebt sich in Anastasia, eine der Töchter. Aber dann erhebt sich das Volk gegen den Zaren; Anastasia und ihre Familie werden an einen geheimen Ort verschleppt ins "Haus zur besonderen Verwendung"...

Über die russische Zarenfamilie ist im Laufe der Jahrzehnte seit ihrer Ermordung viel spekuliert worden, isnbesondere natürlich um die problematische Identifizierung. Gelang es tatsächlich einer der Töchter, Lenins Schergen zu entfliehen? Und was wurde dann aus ihr? Seitdem in den Zwanziger Jahren in Berlin mit Anna Anderson eine Frau erstmals behaupetete, in Wirklichkeit Anastasia zu sein, ist diese Geschichtsrätsel ein beliebtes Thema für Film und Buch. Auch John Boyne hat sich daran gewagt und eine durchaus interessante Idee geschaffen, die zum großen Teil einen Einblick in das Leben im zaristischn Russland vermittelt und in das Leben der Exilrussen in Frankreich und England. Allerdings schippert er dabei wirklich nah an der Klippe zum Kitsch und zur Schwarzweißmalerei. Ich habe das Buch deutlich lieber gelesen als "Der Junge im gestreiften Pyjama", aber auch hier fand ich den Tanz auf dem schmalen Grad zwischen Geschichte und Fiktion mtiunter etwas zuviel des Guten.

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