Montag, 29. August 2011

David Benioff - Stadt der Diebe

Manche Bücher werden einem von allen Seiten empfohlen und ich weiß nicht, wie es euch geht, aber bei mir löst das - bedingt durch einige eher schlechte Erfahrungen - sehr oft eher einen Fluchtreflex aus und ich schiebe es weit vor mir her, mich diesem Buch zu widmen. "Stadt der Diebe" war so ein Buch und ich muss gestehen: ich bedauere, es nicht früher entdeckt zu haben.

"Stadt der Diebe" ist die Geschichte von Lew und Kolja und spielt 1942 im belagerten Leningrad. Der siebzehnjährige Lew wird beim Plündern eines deutschen Soldaten erwischt und verbringt die Nacht im gefängnis. Der trifft er auf Kolja, einen Deserteur Anfang zwanzig. Die beiden haben sich bereits damit abgefunden, am nächsten Morgen hingerichtet zu werden, als sie vor den Stadtkommandanten befohlen werden und eine Chance erhalten: sie haben sieben tage Zeit, um im belagerten und völlig ausgehungerten Leningrad, wo sich Leute für eine faule Zwiebel töten, zwölf Eier auzutreiben. Und damit beginnt eine aufreibende Geschichte über Freundschaft, Liebe, Sex und die Suche nach sich selbst und dem Leben in einer aussichtslosen Zeit...

Ehrlich, das Buch hat mich begeistert, schon von der ersten Seite an. Es ist in einem ungeheuer angenehmen Erzählton geschrieben, der einen beim Lesen geradezu mitreißt. Benioff ist ein geborener Fabuilierer, er gerät von einem zum anderen, ist dabei aber nie langatmig (im Gegenteil, manchmal geht es schon fast zu schnell) und kein Wort ist unnötig sondenr, im gegenteil, alles am richtigen Platz. Wer so mit Sprache umgehen kann, sollte einen Platz im Bücherregal erhalten, also, wer es noch nicht kennt, soll kaufen, leihen, w as auch immer, aber auf jeden Fall: lesen!

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