Sonntag, 16. März 2014

[Buchgedanken] Elizabeth George - Gott schütze dieses Haus

Für Detective Sergant Barbara Havers läuft die Karriere bei Scotland Yard alles andere als gut. Immer wieder legt sie sich mit ihren Vorgesetzten an und wurde beim letzten Mal wieder zurück in den Streifendienst versetzt. Der Fall, der ihr nun von Detctive Superintendent Webberley vorgelegt wird, ist ihre letzte Chance, sich zu bewähren. Wäre da nicht die Tatsache, dass Webberley sie ausgerechnet zur Partnerin von Detective Inspector Linley macht. Linley, oder mit vollem Namen Thomas Linley Earl of Asherton, ist all das, was Barbara zutiefst verabscheut. Schulbildung in Eton, Studium in Oxford, Familiensitz auf dem Land und Stadthaus in London, und dazu noch gutaussehender Womanizer par excellence. Dementsprechend schwierig gestaltet sich die Zusammenarbeit am Anfang, als die beiden zu ihrem Fall aufbrechen. Der scheint nämlich eigentlich glasklar: der Pfarrer eines kleinen Ortes hat eines Sonntagmorgens das beliebte Gemeindemitglied enthauptet im Stall aufgefunden. Unmittelbar daneben die sechzehnjährige Tochter des Bauern, die noch vor Ort erklärt: "Ich war es. Es tut mir nicht Leid." Aber weder der Pfarrer noch irgendein anderer im Dorf glauben, dass dieses Mädchen jemandem so etwas antun könnte. Bei ihren Nachforschungen stechen Linley und Havers in ein Wespennest, das sehr schnell offenbart, dass sich hinter den Türen eines Dorfes mehr versteckt, als man von außen sieht ...

Ich habe also noch einmal angefangen, nachdem ich mit dem letzten Band so reingefallen bin. Vielleicht, weil ich wissen wollte, warum ich damals angefangen habe, Elizabeth George zu lesen und zu lieben und ihr trotz allem treu geblieben bin. Am Stil kann es nicht unbedingt liegen, dass ich zum Fan wurde - oder vielleicht war es mit 14 für mich noch nicht so schlimm wie dieses Mal, bei dem sich mir hier und da die Nägel umgedreht haben. Ich kann über das Original nichts sagen, aber im Deutschen wurden sehr viele englische Spracheigentümlichkeiten einfach so saublöd übersetzt, dass die Dialoge oftmals viel zu gestlzt, unglaubwürdig und inegesamt so klingen, als wären sie aus Dallas übernommen. Überhaupt hatte ich gerade bei den Szenen in den Häusern Linley bzw. St.James einmal zu oft "Reich und schön" vor Augen - gut, das Buch stammt auch aus dem Jahr 1988, aber trotzdem finde ich die neueren Bände (so ungefähr ab Band zehn) deutlich moderner und stilistisch ansprechender. Vielleicht tut sich der Goldmann-Verlag ja irgendwann etwas Gutes und lässt noch einmal einen Übersetzer an die ersten paar Bände ran. Abgesehen vom unglaublichen Stil finde ich das Buch aber immer noch großartig, für mich einer der beiden Lieblinge in der ganzen Reihe. Das liegt natürlich erst einmal am Fall selbst, der mit einer doch überraschenden Lösung aufwartet und serh viele Aspekte mit einbringt, die im Laufe der Zeit (mehr oder weniger gut) die Bücher bereichern werden. Das ist vor allem havers zu verdanken, die trotz allem die wohl ausgefeilteste Figur in diesen Büchern ist und sein wird. Hier erfährt der Leser vor allem von ihr und ihrer Herkunft, ihrem Elternhaus mit dem krebskranken Vater und der dementen Mutter, das immer noch im Schatten des Leukämie-Tods von Barbaras Bruder steht. Diese Szenen sind, grade in ihrer Kürze und Schlichtheit, extrem bedrückend und haben mir wirklich weh getan, umso mehr wächst mir Barbara ans Herz (das dann ja mit Band 17 ziemlich gebrochen wurde). Linley bleibt noch ein wenig blass, das Beziehungsviereck zwischen ihm, Helen, St.James und Deborah wird zwar angedeutet, wirkt aber extrem aufgesetzt und riecht wie gesagt zu sehr nach Telenovela als nach Krimi. Nichtsdesottrotz, ich mag die Atmosphäre im Buch, ich mag den Fall und ich mag Havers verbissene Suche nach etwas Negativem an diesem Schnöselchef :-)

1 Kommentar:

  1. Ich habe nicht alle Bände gelesen (gerade die neueren nicht), aber mein Lieblingsband ist "Auf Ehre und Gewissen".
    Ich finde bei einigen Büchern sind zu viele Nebenhandlungen, die Autorin braucht lange um zum Punkt zu kommen. Trotzdem les ich sie immer wieder gerne. Aber ich kann eben nicht eins nach dem anderen lesen.

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