Montag, 31. März 2014

[Bücherfriedhof] Beerdigt im März 2014

Julie Zeh mag eine bekannte und bleibte Autorin sein. Aber mal ehrlich: "Spieltrieb" habe ich nicht durchgehalten. Bereits nach wenigen Seiten gingen mir die Protagonisten so richtig übel auf den Senkel. Nicht, dass ich keine arroganten, überheblichen, selbstbezogenen Protagonisten mag! Aber diese hier sind ja noch nicht einmal darum bemüht, einen Ansatz von Glaubwürdigkeit zu präsentieren. Das sind einfach nur langweilige Pappbildchen, die Sätze von sich geben wie gedruckt. Ich habe in meinem Leseleben noch nie so langweilige, nichtssagende, aufgepumpte Monologe gelesen, die angebliche Unterhaltungen sein sollen. Ja, das soll bestimmt große Literatur sein und künstlerisch wertvoll und hat bestimmt die Absicht der Autorin klar gemacht, die Einsamkeit der Protagonisten zu illustrieren ... ach, schietegal, es packt mich einfach nicht! Ich will nicht wissen, wie es mit Ada weitergeht oder welches Spiel sie sich denn jetzt ausdenken - ich will einfach nur, dass der bohrende Kopfschmerz weggeht, der mich beim Lesen dieses Buchs begleitet hat. Der wurde nicht durch Trinkwassermangel hervorgerufen, sondern durch diese unerträgliche Arroganz der Protagonisten. Ich konnte mir sogar ihre Stimmen vorstellen, den näselnden Tonfall mit viel zu leiser Stimme, die leicht hochgezogene Augenbraue, die da besagt: "Wieso sollte es mich überhaupt interessieren, ob du mich verstehst?" Und ja, nennt mich doof, aber das kann ich bei einer Figur nicht ab. Da fühle ich mich als Leser unwohl und unwillkommen - und so muss "Spieltrieb" auch in Zukunft ohne mich auskommen.

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