Montag, 4. Juni 2012

Michael Gerard Bauer - Ismael. Bereit sein ist alles

Ismael und seine Freunde vom Debattierclub sind wieder da. Sie sind älter geworden, aber spätestens, als Ismales Freundin Kelly ihm offenbart, dass sie nach Neuseeland zieht und sein Kumpel Orazio dazu berufen fühlt, ihm eine neue Freundin zu besorgen, steht fest: das heißt nicht unbedingt, dass sie es inzwischen schaffen, ihr Teenagerdasein ohne Fettnäpfchen zu meistern. Und dabei wäre das doch so wichtig, denn schließlich ist man jetzt ja Senior-Schüler und soll bald seinen Abschluss machen. Stattdessen wird das vorletzte Schuljahr zu einem Jahr, in dem alles möglich ist. Dass man mit HulaHoop-Reifen abnehmen kann, innerhalb von sieben Tagen eine Band auf die Beine stellt oder einfach nur erwachsen wird ...

Ich habe hier ja schon den ersten Band besprochen (der zweite Band ist leider seit Monaten in der Bibliothek ausgeliehen, aber die Rezension bekommt ihr noch), und habe jetzt schnell Band drei eingeschoben. Innerhalb eines Tages vernichtet passt vielleicht besser. Was mir schon beim ersten Band auffiel, ist heir noch einmal bestätigt worden: Michael Gerard Bauer ist ein Autor, der es schafft, selbst die unglaublichste Situation völlig realistisch darzustellen. Er hat einen herrlichen Sinn für Humor und einen sehr unverbrauchten Schreibstil, bei dem die Pointen sitzen. Und - und das finde ich besonders gut - er schreibt vom Scheitern. Nicht jede Geschichte hat ein Happy End, auch in diesem Band nicht, aber solange man bereits ist, anzunehmen, was auf einen zukommt, ist selbst ein gnadenloses Scheitern nicht automatisch ein Desaster. SO sollten Jugendbücher sein, ganz ehrlich. Und deshalb habe ich mich entschieden, ich werde Ismael in meiner 8.Klasse einsetzen - eine Klassenlektüre sollte Lust auf Lesen wecken und das tut dieses Buch hunderprozentig.

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