Montag, 4. Juni 2012

Karen Rose - Todesstoss



Eve Wilson hat es geschafft, ihre Vergangenheit einigermaßen hinter sich zu lassen. Nachdem sie einen Mordanschlag überlebt und sich jahrelang verkrochen hat, hat sie ihr Leben wieder in die Hand genommen und Psychologie studiert. Als Doktorandin leitet sie nun ein Forschungsprojekt über Internet-Multi-Player-Games. Als aber sechs Frauen aus ihrem Projekt einem Mörder zum Opfer fallen, der sich anscheinend an den Ängsten seiner Opfer weidet, gerät sie nicht nur in den Focus von Detectiv Noah Webster, sondern auch ins Visier eines Mörders ...

Vorneweg: das ist mein erster Thriller von Karen Rose, es wird aber nicht unbedingt der letzte bleiben. Es ist Badewannenlektüre in Reinform, eintauchen, drinbleiben, bis es kalt wird, und wenn man dann ein bisschen Pause macht, ist es auch nicht schlimm. Das Buch ist ein solier Thriller, eine spannedne Handlung und was mir sehr gut gefallen hat war die tatsache, dass die Figuren zumindest inb der Hinsicht realistisch gehalten sind, dass das, was ihnen geschehen ist, ihr Leben tatsächlich beeinflusst. Das sieht man sehr gut, wenn man Eve Wilson mit der Figur vergleicht, die sich zu meiner Thriller-Hassfigur Nr.1 entwickelt hat, nämlich Smokey Barrett. Beide haben nach einem Anschlag ein völlig entstelltes Gesicht, aber während das bei Smokey keinerlei Einfluss hat, sondern sie immer noch die "alles tutti, so sexy, wow, die Frau haut mich um"-Smokey ist, muss sich Eve tatsächlich damit auseinandersetzen. Wie reagieren Menschen auf sie (die nach einer OP zumindest die schlimmsten Spuren hat beseitigen lassen und seitdem plötzlich wieder angebaggert wird), wie bildet sich nach einer solchen Extremsituation Vertrauen, und dergleichen mehr. Das fand ich beim Lesen sehr angenehm und es machte mir die Personen irgendwie sympathisch. Allerdings war es dann fast schon zuviel des Guten, was die Personen betrifft.

In den letzten Seiten meiner Buchausgabe ist eine detaillierte Auflistung aller bisherigen Romane von Karen Rose und eine Auflistung, welche Personen in welchen Büchern auftauchen. Beim Betrachten dieser Liste habe ich bereits erkannt, was mir auch beim Lesen des Romans auffiel: sie füllt ihre Bücher mit einer dermaßenen Vielzahl an Personen, dass sie einfach total überfrachtet wirken. In dem Roman sind vermutliche alle Polizisten-Stereotype der letzten fünfzig Jahre Thrillerliteratur versammelt, plus noch diverse Figuren aus anderen Büchern. Und das ist einfach viel zu viel. Ich komme beim Lesen immer wieder durcheinander mit den Figuren, irgendwann stöhne ich entnervt auf "Wer ist denn der schon wieder?" und in dem ganzen Hin und Her aus PErsonen geht die Thrillerhandlung langsam ein wenig verloren. Was schade ist, denn die ist eignetlich sehr spannend, und auch wenn ich das Ende schon vorher erraten habe, wenn auch nur zufällig, bin ich trotzdem dabei geblieben. Ich wollte einfach wissen, wie es weitergeht. Hätte sie sich darauf verlassen und die ein oder andere Nebenhandlung rausgenommen, dann wäre es ein toller Thriller. So verdient er eben das Prädikat "okay, kann man ruhig mal in die Hand nehmen".

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