Samstag, 9. Januar 2016

[Buchgedanken] Katharina Höftmann - Tote Kameraden

In einem Hotel in Tel Aviv wird eine junge Frau tot aufgefunden. Laut Obduktionsergebnis hat sie Selbstmord begangen, doch noch bevor Kommissar Assaf Rosenthal seinem Baucgefühl nachgehen kann, wird er versetzt zu einer Sondereinheit, die sich mit organisierter Kriminalität beschäftigen soll. Nicht nur, dass er dort mit seiner Ex zusammenarbweiten muss, führt das auch noch zu der Entdeckung, dass die Tote aus dem Hotel in dunkleren Geschäften zu stecken schien. Scließlich wollte sie der Presse Informationen über brisante Geschäfte in ihrer Militäreinheit weiterleiten ...

Ich gestehe, das was mich an dem Krimi gereizt hat, war der Schauplatz - Israel ist jetzt wirklich nicht das Land, das so häufig in meiner Lektüre vorkommt. Was mir extrem gut gefallen hat, war dann auch, dass der israelische Lebensalltag hier so durchschlägt, dass man doch recht viel erfährt über das Leben in einem land im permanenten Kriegszustand. Wobei das Kapitel über den reseredienst für mich persönlich einfach total sinnlos im Buch herumstand und man es auch effektiv hätte herausnehmen können.

Der Krimifall selbst ist ein klassischer Whodunit mit ein bisschen Action, wobei der Prolog ja doch schon einiges verrät - leider - und bei dem man einfach wissen will, wie die beiden Dinge jetzt zusammenhängen. Es ist nett und ziemlich klassisch, es werden wenig Seitenlinien eröffnet, die mich ablenken - alles in allem sehr einfach gestrickt. Ebenso wie die Figuren im Buch nette Charaktere sind, die reinpassen. Assaf Rosenthal ist ein cooler bis semi-arroganter kommissar, der rumflirtet und gelegentlich kifft, der erfrischend normal ist und keine großen Päckchen mit sich herumschleppt. Eine wirkliche Abwechslung zum sonst üblichen Klischee des schicksalsbeladenen Kommissars in meinen anderen Lektüren.

Ja, und wieso bin ich dann nicht so wirklich total begeistert von dem Buch? Vielleicht, weil das alles einfach so kurz ist, so ... belanglos ist das falsche Wort, oberflächlich trifft es vielleicht besser, ist. Ich konnte nicht wikrlich mit dem Fall miträtseln, ich konnte mich nicht groß in die Personen hineinversetzen, sondern habe immer nur stoisch Seiten umgeblättert. Mir hat der Zugang gefehlt - was das Buch jetzt aber nicht total schlecht macht, denn andrerseits hat es mich einfach unterhalten. Es ist ein gutes Buch für Bahnfahrten oder dergleichen, wenn man sich kur beschäftigen will :-)

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