Sonntag, 31. Januar 2016

[Buchgedanken] Dan Brown - Illuminati

Der Symbologe Robert Langdon wird eines frühen Morgens aus dem wohlverdienten Schlaf geklingelt. Am Apparat is Maximilian Kohler, der Leiter der Genfer Forschungsanstalt CERN. Einer seiner Angestellten, dem es vor kurzem gelang, Antimaterie herzustellen, ist ermordert worden und die Antimaterie verschwunden. Was das mit Langdon zu tun hat? Auf der Brust der Leiche findet sich ein Hinweis auf eine Geheimgruppe, die Illuminaten, ein Steckenpferd Langdons. Und während dieser noch verarbeitet, dass sich ein Geheimbund erhoben hat, dessen Existenz bislang eher diskutiert als bewiesen war, meldet sich der Vatikan - irgendwo dort wurde die Antimaterie versteckt und soll genau am Abend der Papstwahl in die Luft gehen. Zuvor sollen allerdings die vier preferiti der Papstwahl auf den Altären der Wissenschaft geofert werden. Langdon und der Physikerin Vittoria Vectra bleiben noch sechs Stunden, um die Illuminati zu stoppen ...

Ach, wen interessiert, dass Dan Brown im Buch mit der von ihm behaupteten Wahrheit und wesentlichen Fakten über Papstwahl und Illuminati eher dichterisch umgeht? Oder dass er willkürlich Kirchen in Rom umbaut und Kunstwerke neu gestaltet, damit sie in seine Theorie passen? Oder dass die Figuren in diesem Buch so sehr nach Stereotyp scheien, dass einem die Ohren schmerzen könnten? Mich diesmal ein klitzekleines bisschen, lese ich das Buch doch zum fünften Mal. Und jedes Mal bin ich sofort wieder in der Geschichte drin und denke mir immer "ach, ein Kapitel schaffst du schnell noch". Das Buch ist irrsinnig rasant und temporeich, vor allem dank der sehr kurzen Kapitel. Sprachlich sind die nicht immer ein Meisterwerk, es wird viel wiederholt und in simplen Worten gearbeitet. Vor allem die Actioneinlagen lassen sich aber sehen: da wird auch Flugzeugen gesprungen ohne Fallschirm, Langdon zerlegt spontan einen der hermetischen Kästen im vatikanischen Archiv, die Leichen fallen im wahrsten Sinne des Wortes von den Decken - ein rasantes Actionspektakel eben. Dass Vittoria da einfach nur hübsche Stichwortgeberin ist und Lngdon in seinem Leben vermutlich bereits mehr Katastrophen erlebt hat als der durchschnittliche Katastrophentourist, kann man dabei vielleicht einfach mal unter den Tisch fallen lassen. Das Buch bläst das Hirn frei, mehr will ich davon gar nicht, und diese Aufgabe erfüllt es zu hundert Prozent.

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