Montag, 28. Dezember 2015

[Buchgedanken] Hans Fallada - Kleiner Mann - was nun?

Johannes Pinneberg ist ein kleiner Angestellter, der sich 1930 eher schelcht als recht durchschlägt. Und dann wird seine Freundin Emma, genannt Lämmchen, plötzlich schwanger, die beiden heiraten und müssen nun gemeinsam durchkommen. Als Pinneberg seine Arbeit in Mecklemburg verliert, ist es Lämmchen, die Kontakt mit seiner Mutter in Berlin aufnimmt, sodass er als Verkäufer in der Oberbekleidungsabteilung des Kaufhauses Mandel unterkommt. Das Leben ist nicht einfach und der Lohn immer geringer, bis Pinneberg sich schließlich einreihen muss in das Arbeitslosenheer Berlins ...

Neben "Der Trinker", das immer noch angefangen auf meinem SUB liegt (weil es mich zu sehr erschüttert), ist "Kleiner Mann - was nun?" das berühmteste Buch von Hans Fallada. Sehr lange habe ich es nicht gelesen und dann zur Hand genommen, weil es in dem Buch über die Weimarer Republik erwähnt wurde. Jetzt ärgere ich mich fast, dass ich es nicht früher gemacht habe :-)

Hinter dem Buch verbrigt sich keine große Gesellschaftskritik, wer das erwartet, der ist hier defiitv an der falschen Adresse. Selbstverständlich zeigt Fallada mit Hilfe von typischen Figuren die Lebensumstände der Umbruchsjahre in der Weltwirtschaftskrise auf. Da sind windige Figuren wie Mutter Pinneberg und ihr Lebensgefährte, die zwa einerseits für dei Familie einstehen, andererseits immer ihre eigenen Ziele zu verfolgen scheinen. Vor allem aber der Druck des Alltags auf den "kleinen Mann" und die eiserne Sparsamkeit in der Haushaltsführung werden von Fallada immer wieder thematisiert. Sei es durch den "Normal-Etat", den Lämmchen aufstellt und der dem Leser von heute das Gefühl vermittelt, wieviel oder wenig tatsächlich das Geld in der Wirtschaftskrise wert war, sei es auch durch die Darstellung des Arbeitsalltags für Pinneberg, der unss heute vielleicht auch wieder bekannt vorkommt.

Am meisten beeindruckt hat mich, dass Fallada trotz allem durch die Figur von Lämmchen einen gewissen Optimismus in der Geschichte beibehalten kann. So schlimm kann es nicht sein, solange die beiden wenigstens beieinander bleiben - letztlich ist das Buch eine Parabel über die Liebe in schwierigen Umständen. Ein Buch, das Hoffnung macht, trotz aller schlechten Lebensumstände. Vielleicht braucht man zum Jahresende genau das :-)

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