Dienstag, 29. September 2015

[Buchgedanken] Kristina Ohlsson - Tausendschön

Ein unbekannter Mann wird in Stockholm überfahren. Ein Pfarrer tötet zunächst eine Frau und dann sich selbst, doch die Freunde bestehen darauf, dass es kein Selbstmord gewesen sein kann. Die beiden Mordfälle beschäftigen das Team rund um Axel Recht und Frederika Bergmann, und schon bald stellt sich heraus, dass die beiden Fälle irgendwie miteinander zusammenhängen müssen. Doch was ist die Schnittstelle? und was hat das Ganze mit der Vergwwaltigung eines Mädchens fünfzehn Jahre vorher zu tun?

Das Buch lag seit meinem Geburtstag auf meinem Lesestapel und am Sonntagmorgen habe ich dann spontan beschlossen, mich ranzuwagen. Und was soll ich sagen, obwohl das Buch schon aus dem Jahr 2010 ist, ist es in einer Frage erschreckedn aktuell - es geht nämnlich um Flüchlinge (in dem Fall aus dem Irak), die illegal nach Schweden kommen. Und um die Frage, wieviel man bereit ist, dafür zu tun - und dabei kommend och sehr interessante Diskussionsansätze auf. Hätte ich gar nicht so erwartet von einem handelsüblichen Thriller.

Ich muss aber gestehen, dass mir das Buch trotz Aktualität und nettem Schreibstil nicht vollständig überzeugen konnte. und das liegt eindeutig an den Figuren, die hier ermittlen, und die mir wie mit dem Brecheisen gezogen vorkommen. Als wir da hätten: den gekränkten Ego-Polizisten, der die Trennung von seiner Frau nutzt um alles anzubaggern, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, und für den Feministin und Lesbe Synonyme sind (*gähnendes Klischee bite hier einfügen*); die "starke Frau" mit großen problemen, die wie durch ein Wunder gerettet wird; den hörnenden Ehemann, der aber eignetlich voll der nette Kerl ist und Gründe fürs Fremdgehen hat; und last but not least den treusorgenden Gatten und Familienmenschen, der auch als Chef immer das Hand an der Heft hat und ganz väterlich die Abteilung leitet ... ach Menno. Diese Figuren bleiben so blass und stereotyp wie schon viele nicht mehr und diese Oberflächlichkeit geht mir gewaltig auf den Senkel. So bleibt ein spannender Fall, bei dem man als Leser immer hin- und herschwankt, wer denn jetzt wirklich der Täter ist, der aber durch die gesammelte Verkettung an Privatgeschichten der Ermittler ins Wanken gerät. Schade eigentlich ...

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