Montag, 22. Juni 2015

[Buchgedanken] Valerie Mendes - Die Schwestern von Larkswood

London, 1939. Als die junge Louisa an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt, wird sie von ihren Eltern aufs Land zu ihrem Großvater geschickt. Dieser ist erst vor kurzem aus Indien zurückgekehrt und wohnt wieder im alten Familiensitz in Larkswood. Angesichts des drohenden Krieges nicht die schlechteste aller Ideen. Do schon bald hat Louisa das Gefühl, dass die Erinnerungen von Larkswood getrübt sind - was ist vorgefallen, asl Großvater Edward vor Jahrzehnten so urplötzlich nach Indien verschwand? Gemeinsam mit dem Gärtner Thomas begibt sie sich auf die Suche ins Jahr 1897 ...

Oh Mann, ich hatte es vermutet, dass sich hinter dem opulenten Äußeren eine doch eher seichte Geschichte verbirgt. Aber gleich so seicht???  Also ernsthaft, wenn selbst mir bereits nach zwanzig Seiten klar war, worauf das alles hinauslaufen wird, dann will das etwas heißen. An diesem Buch konnte mich einfach so nichts überraschen, was einerseits dem vorhersehbaren Ablauf der Geschichte, andererseits dem ziemlich belanglosen Schreibstil geschuldet ist. ich habe selten so wenig mit Figuren mitgelitten und mitgefiebert, weil sie sich so eindimensional gezeigt haben. Allen voran Louisas Mutter und Schwester, die sowas von flache Abziehbilder sind - es macht keinerlei Spaß, sich auf sie einzulassen.

Noch schlimnmer als papierne Dialoge und flache Figuren war allerdings für mich die schier unerschöpfliche Menge an Zufällen, die Frau Mendes hier verarbeitet. Jeder Konflikt des Buches wird am Ende aufgelöst, wirklich jeder. Alle haben sich halt doch ganz doll lieb und sitzen vereint um das Radiogerät - es ist zum Brechreiz-Kriegen. Dabei wird nicht davor halt gemacht, Figuren per deus ex machina zurückzuholen (ich sag nur Stichwort "William"). Da wird selbst bescheuerte "oho, ein Muttermal"-Theorie bedient und löst dann nicht einmal ein Stirnrunzeln hervor. Es ist schlimmer als in einem Krimi, wenn der Bösewicht dem Detektiv weinend alles und noch mehr gestellt, kaum, dass er ihn erblickt hat. Ehrlich, um das Buch hätte man auch einen Bogen machen können. Was soll's - ich sehe es sportlich, wieder 400 Seiten merh in diesem Monat ...

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