Sonntag, 23. Dezember 2012

Tendai Huchu - Der Friseur von Harare

Vimbai ist 25 Jahre alt, alleinerziehende Mutter einer Tochter und Firseurin in Harare. Nachdem sie sich mit ihrer Familie wegen eines Erbschaftstreits überworfen hat, läuft jetzt alles wirklich gut für sie. Sie arbeitet in DEM Friseursalon Harares, sie ist die Beste im Team und hat mit einer Ministerin eine Stammkundin, die weitere Kundinnen in den Salon lockt. Bis eines Tages Dumisani im Salon auftaucht. Der Junge Mann wird als Ersatz für eine gekündigte Friseurin angestellt und entpuppt sich schon bald als ein Naturtalent, der Vimbai nicht nur die Kundinnen abspensitg macht, sondern einige Neuerungen im Salon durchsetzen kann. Als Dumi dann auch noch plötzlich auf der Straße steht und bei ihr in ein leeres Zimmer einzieht, gerät Vimbais Leben völlig aus den Fugen - denn Dumi entpuppt sich als Sohn reicher Eltern und scheint ein Geheimnis mit sich zu tragen.

Mehr kann ich vom Inhalt nicht verraten, ohne total zu spoilern (an dieser Stelle eine große Warnung vor dem Klappentext auf der Innenseite). Nach einigen wirklich enttäuschenden Büchern des Jahres 2012 habe ich heute morgen zu diesem Buch gegriffen und tippe jetzt quasi noch aus der letzten Seite heraus bereits die Rezension. Denn dieses Buch ist endlich wieder einmal wirklich gut. Ich muss ehrlich gestehen, dass Afrika ein Kontinent ist, zu dem ich so absolut keinen Bezug hab und irgendwie auch nicht aufbauen kann, egal wie sehr ich mich darum bemühe. Das liegt einerseits an der schieren Größe des Kontinents, der Vielzahl von Ländern und irgendeinem nicht näher definierbaren Gefühl eines permanenten Kulturschocks, den ich allerdings auch z.B. bei Indien oder arabischen Ländenr verspüre. Damit meine ich noch nichtmal, dass ich von irgendwelchen Klischeebildern verführt bin, sondern eher, dass ich es kaum schaffe, es mir vorzustellen, wie das Leben in einem Land wie Simbabwe abläuft. Eine Diktatur ist für mich einfach keine Staatsform, in der ich mir ein normales Leben vorstellen kann, während er ROman eigentlich nur vom normalen Leben handelt, mit ganz wenigen gelegentlichen Anspielungen auf Korruption und Lebensmittelknappheit. Vielleicht hat mir das so gefallen, dass ich in dem Buch sehr viel weniger das Kulturschockgefühl hatte. Dazu kommt, und das ist vermutlich der Hauptgrund, dass das Buch eine extrem faszinierende Geschichte erzählt und die Figuren einen sofort mit in die Geschichte entführen. Egal, wie fremd der Kontinent sein mag, letztendlich sind auch die Menschen in Simbabwe konfrontiert mit dem, was ich kenne. Liebe, Hasse, enttäuschten Erwartungen und vielem mehr. Vielleicht empfehle ich das Buch auch deshalb so gerne: es ist ein anderer, ein völlig alltäglicher Blick auf Afrika, der weit entfernt ist von dem, was ich bisher kannte.

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