Sonntag, 23. Dezember 2012

Mo Hayder - Tokio

Grey ist eine junge britische Studentin. Seit ihrer Jugend hat sie eine gewisse Obsession entwickelt für die japanischen Kriegsverbrechen an der chinesischen Bevölkerung, insbesondere das Massaker von Nanking. Nach diversen Aufenthalten in der Psychiatrie und einem abgebrochenen Geschichtsstudium bricht sie nach Tokio auf. Der dort lehrende chinesische Professor Shi Chongming, ein Überlebender des Massakers, soll ihr einen Film verschaffen, von dem niemand glaubt, dass es ihn gibt: Originalaufnahmen des Massakers. Doch der Professor verlangt von ihr im Gegenzug Hilfe: sie soll einen alten Japaner beobachten, einen Yakuza-Angehörigen, der ein geheimnisvolles Medikament besitzt, das angeblich Unsterblichkeit verleiht ...

Ich habe das Buch jetzt mal genauso zusammengefasst wie es der Klappentext getan hat. Na, klingt das spannend? Ja? Das dachte ich auch. Was ich nicht erwartet habe war, dass ein Roman von Mo Hayder (deren "Vogelmann" mich wirklich nachhaltig verstört hat!) so dermaßen unspannend, zäh und an den Haaren herbeigezogen sein kann. Denn genau das ist er in dieser Reihenfolge. Woran liegt das nur? Zum einen daran, dass Mo Hayder viel verschenkt, indem sie sehr lange den Leser im Unklaren lassen will. Im Unklaren darüber, was Grey in diesem Film eigentlich zu sehen erhofft, im Unklaren darüber, was mit ihr passiert ist (ein paar Andeutungen, aber irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes), im Unklaren darüber, was der Professor eigentlich möchte, im Unklaren über so ziemlich alles, was sie andeutet. Und ganz ehrlich, das nervt gewaltig. Ich habe das Buch nämlich nicht etwa deswegen zu Ende gelesen, weil ich so gespannt drauf war, was die Lösungen sind, sondern weil ich so extrem genervt davon war, nichts zu wissen. Dementsprechend war ich während des Lesens also nicht in angespannter, sondern nur in immer wütenderer Stimmung. Dazu kommt nämlich, dass die Autorin es geschafft hat, eine Horde Figuren zu entwickeln, die alle dermaßen überzeichnet oder geheimnistuerisch daherkommen, dass ich keine einzige davon mag und mir die Mehrheit einfach egal ist. Ich kann noch nicht einmal Grauen bei dem am Ende stattfindenden Abschlachten empfinden, so belanglos finde ich es und habew das Gefühl, dass muss jetzt nur mal stattfinden, damit die Yakuza auch als Yakuza erkennbar sind. Das Buch ist langatmig, es geht nichts voran, und selbst wasw den historischen Hintergrund angeht irgendwie uninteressant, selbst die Tagebuchauszüge fähren mit nicht China 1937 vor Augen. Keine Kaufempfehlung von mir

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