Freitag, 30. November 2012

Kai Meyer - Herrin der Lüge

Saga und Faun sind Zwillinge. Ihre Familie lebt als Gaukler auf den Jahrmärkten und verdient ihr Geld vor allem Sagas Fähigkeit, jeden Menschen anlügen zu können. Doch Fauns Gelegenheitsdiebstähle bringen diesmal nicht nur den Bruder in den Kerker, sondern vor allem Saga in die Hände der Gräfin Violante. Die "überredet" Saga dazu, als Predigerin durch Deutschland zu ziehen und einen Kreuzzug von Jungfrauen ins Heilige Land zu führen. Damit geraten die beiden Geschwister in ein Abenteuer, das sie in gefährliche Geheimnisse führt ...

Eins vorneweg: ich habe das Buch nicht fertiggelesen. Ich bin allerdings nicht der Meinung, dass das dazu führt, dass ich mir keine Meinung über ein Buch machen darf, denn es gibt eben nicht nur Gründe dafür, warum ich ein Buch gut finde, sondenr auch Gründe dafür, warum ich ein Buch so schlecht finde, dass ich es für Verschwendung halte, es zu beenden. Und da meine Rezensionen nichts anderes sind als eine mehr oder minder eloquente Darlegung der Gründe, warum ich das Buch gut oder schlecht finde, gilt das eben auch für die Bücher, die ich nicht beende - ich erkläre, warum ich sie nicht beenden wollte. Sollte jemand der Meinung sein, dass ich das nicht "dürfe", dann bitte einfach zur nächsten Rezension klicken, niemand muss hier lesen, aber alle dürfen.

So, und damit kommen wir jetzt zu "Herrin der Lüge". Ich hatte das Buch in der Bibliothek mitgenommen, obwohl ich schon ein klein wenig Angst hatte, was da auf mich zukommt. Um genau zu sein, ich hatte einfach bereits durch den Jungfrauenkreuzzug gewisse Vorurteile - das ist kein historisches Ereignis, somit ist der Hauptteil dieses historischen Romans, als der er angepriesen wird, erfunden. Aber gut, schauen wir mal. Ich habe das Buch etwa bis Seite 270 gelesen, danach ging mir die Energie aus. Was mich gestört hat? Ziemlich viel, um ehrlich zu sein.

Da war zunächst, wie schon erwartet, die doch recht ... weit ausgelegte historische Realität. Das Mittelalter war in dem Buch einfach nur nettes Beiwerk, es war letztlich für die Geschichte ziemlich irrelevant und erinnerte eher an Mittelalterkonstruktionen aus der Fantasywelt. Abgesehen von mangelnder Recherche war es für mich extrem nervig, ein Buch lesen zu müssen, in dem die Leute mit Namen gesegnet sind, die sie absolut nicht in ein- und dieselbe Sprachfamilie gehören und meiner Meinung nach lediglich nach dem Stichwort "Exotik" vergebn wurden. Da hätten wir Saga und Faun. Violante, die mit Gahrumeth verheiratet ist und den Nachnamen "von Lerch" trägt. Und dergleichen mehr - es passt einfach nichts zusammen. Dazu passt auch, dass Kai Meyer effetkiv komplett drauf verzichtet, historische Tatsachen in seinem Roman als solche zu kennzeichnen (nein, der Satz "einige Dinge haben so stattgefunden" im Nachwort erfüllt diesne Punkt nicht!), und ich so in ein ausgedachtes Mittelalter gezogen werde, das mir absolut nicht gefällt, weil es allein auf Klischees beruht.
Damit einher geht mein zweiter Kritikpunkt. Das Buch ist weniger historischer Roman als vielmehr einfach nur Fantasy-Roman, und selbst als den finde ich ihn nicht gut. Das Fantasy-Element des Lügengeists nervt mich ehrlich gesagt und ist für mich einfach unlogisch und nicht nachvollziehbar geblieben. Ebenso ist die gesamte Geschichte, bis zu dem Zeitpunkt, wo ich sie gelesen ahbe, ein einziges auf-der-Stelle-Treten. Ich fand es einfach nicht fesselnd, die Figuren waren mir zu stereotyp und Handlungsstärnge oftmals unlogisch und nichtnachvollziehbar. Und genau das brauche ich bei einem Buch nicht - es sei denn, es ist schon wieder so schlecht, dass ich mich so drüber aufregen kann, dass ich weiterlese, aber das hat "Herrin der Lüge" nicht geschafft. Das Buch ist ein fades Fantasy-Spektakel, das mich einfach nicht gefessel hat, mehr nicht.



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