Donnerstag, 8. November 2012

David Safier - Plötzlich Shakespeare

Rosa ist Mitte 30, Grundschullehrerin, etwas zu viel auf den Rippen, und von ihrem Freund abserviert worden. Denn dieser Mr.Perfect möchte bald seine Mrs.Perfect heiraten - und die heißt nicht Rosa. Also heult Rosa sich bei ihrem schwulen besten Freund aus, trinkt ordentlich Ramazotti und wird nach einem Jahrmarktbesuch per Hypnose in die Vergnagenheit geschickt - und wacht mitten in einem Duell in einem fremden Körper auf. Der gehört niemand anderem als William Shakespeare, unerfolgreicher Stückeschreiben, der von seiner "Untermieterin" nicht grade begeistert ist. Aber Rosa kann nicht aus seiner Hat heruas, jedenfalls nicht, bis sie heruasgefunden hat, was die wahre Liebe ist ...

Bevor ich diese Rezension geschrieben habe, habe ich nochmal kurz wikipedia bemüht, nur um sicherzugehen. Ja. David Safier ist der Schöpfer der Dialoge von "Mein Leben und ich". Er hat "berlin, Berlin" erfunden. Er hat sogar "Nikola" die Worte in den Mund gelegt. Man sollte sich das immer wieder vergegenwärtigen, um sich ungefähr vorstellen zu können, wie enttäuscht ich nach der Lektüre von "Plötzlich Shakespeare" tatsächlich war. Ich finde dieses Buch einfach nur unglaublich schlecht. Der Klappentext klingt so witzig, nach einer netten Idee für Couchabende. Was aber tatsächlich rausgekommen ist dabei? Fade Witze, in denen es hauptsächlich um Körperausscheidungen geht - absoluter Tiefpunkt: Elizabeth I. sitzt auf dem Plumpsklo, mei, was haben wir gelacht ... - und eine Ansammlung platter Klischees, die sich einfach totgelaufen haben. Ich sag es mal so: ich fände, glaube ich, sogar ein Live-Programm von Mario Barth niveauvoller und überraschender als diesen Roman. Das will was heißen, denn normalerweise verlasse ich bei dem Herrn das Wohnzimmer, sobald er auf dem Bildschirm auftaucht. Die Handlung ist relativ vorhersehbar und wirkt wie ein müder Aufguss von schon hundertmal Gesehenem. Dass das Ganze dann auch noch in einer plumpen "Liebe dich selbst"-Botschaft gipfelt, setzt dem Roman eigentlich nur noch die Kirsche der Enttäuschung aufs Sahnehäubchen. Ich bin immer noch irritiert über den Aufkleber "Spiegel-Bestseller" vorne auf dem Buch, denn ehrlich: wer kauft sowas und empfiehlt es dann auch noch weiter?

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