Samstag, 2. November 2013

Agatha Christie - Die geheimnisvolle Botschaft

Glück im Unglück für die Krimi-Cover-Challenge. Nachdem eins meiner Cover nicht gewertet wurde, musste ich mich nicht lange nach einem Blumencover umsehen. Als ich vor drei Wochen zu Hause bei meinen Eltern war, habe ich eine Kiste mit meinen alten Büchern mitgenommen, die meine Mutter gerne endlich vom Dachboden entfernt sehen will. Zwischen zehn und fünfzehn war ich wirklich süchtig nach der Agatha-Christie-Reihe aus dem Loewe-Verlag, weil sie so schön aussah im Regal. Die schwarzen Einbände, die hübschen Aquarellbilder auf dem Cover ... ich schwelge schon wieder in Erinnerungen.

Ganz ähnlich geht es der Hauptfigur Tuppence Beresford zu Beginn von "Die geheimnisvolle Botschaft". Gemeinsam mit ihrem Mann Tommy ist sie trotz ihres vorgerückten Alters (die beiden sind inzwischen um die siebzig) noch einmal umgezogen in ein gemütliches Haus auf dem Lande. In diesem Haus türmen sich noch immer Spuren früherer Besitzer, unter anderem finden sich in der Bibliothek kiloweise alte Bücher. Als Tuppence sie eines Tages durchsieht, stößt sie in einem Buch auf eine seltsame Botschaft. Einzelne unterstrichene Buchstaben ergeben den Satz "Mary Jordan ist keines natürlichen Todes gestorben. Es war einer von uns." Tuppence Neugier ist geweckt, und auch wenn Tommy anfangs keineswegs begeistert ist, stöbern die beiden schließlich in einem Spionagefall aus dem Ersten Weltkrieg herum, der bis in die Gegenwart Auswirkungen hat ...

Als ich dieses Buch jetzt wieder gelesen habe, hat sich mir endlich erschlossen, wieso ich Spionageromane nicht mag. Agatha Christie hat sie mir einfach ein wenig mit diesem Buch verdorben. Das beginnt damit, dass ich das Buch als Kind gelesen und absolut nicht verstanden habe. Diese beiden alten Leute waren mir extrem fremd (tatsächlich ist die fünfbändige Beresford-Reihe die unbekannteste Reihe von Agatha Christie), ich habe etliche Wörter und Zusammenhänge nicht begriffen (zumindest hier in diesem Band setzt die Autorin doch schon einiges an Wissen über den Ersten und Zweiten Weltkrieg voraus, das beim ursprünglichen Publikum noch da war), und das Ende war mir völlig unverständlich. Jetzt beim nochmaligen Lesen muss ich feststellen, dass ich zwar ein wenig mehr von der Handlung der Spionagegeschichte verstehe, dass ich aber immer noch extrem unzufrieden mit dem Ende der Geschichte bin. Es gibt keine vollständige Auflösung, was fünfzig Jahre nach dem Mord auch nicht überraschend ist, aber auch die angedeutete Lösung überzeugt mich einfach nicht. Dafür fand ich Tommy und Tuppence diesesmal viel reizender und herrlich altmodisch-englisch, man riecht förmlich den Tweedflecken auf der Strickjacke, wenn ihr wisst, was ich meine. Das hat das Buch für mich dann doch wieder rausgerissen - aber für Krimikost bleibe ich dann doch lieber bei Miss Marple und Hercule Poirot. Herrlich, von denen liegen hier auch noch einige auf dem Stapel herum :-)

1 Kommentar:

  1. Hallo, mir gefällt dein Blog richtig gut, daher habe ich dich nun auch in eine Frage - Antwortrunde aufgenommen, vllt. hast du ja Lust dich bei mir einmal umzusehen und mitzuspielen? :)
    Ganz liebe Grüße,
    Johanna
    http://buchschlag.wordpress.com/

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