Montag, 25. November 2013

Roman Leuthner - Nackt duschen streng verboten

Dieses Buch ist so ein typisches Buch, das mein Mann manchmal anbringt. Neben den Abteilungen "Geschichte" und "Politik" zieht es ihn manchmal unwiderstehlich hin zu den Büchern, die vorne für einen Appel und ein Ei verschachert werden. Vor kurzem kam er dann vom Einkaufen mit diesem Exemplar zurück und ich durfte mir die nächsten Tage parallel zum Fernsehen immer unterdrücktes Kichern anhören.

In "Nackt duschen stren verboten" ist eine Sammlung skurriler Gesetze aufgelistet, die vornehmlich aber nicht nur aus den USA stammen. In der Einleitung wird auch direkt deutlich gemacht, dass diese gesetze durchaus Sinn machen können, da sie nicht zuletzt auf unterschiedliche Rechtsprinzipien zurückzuführen sind. Gob gesagt gibt es in den USA oftmals eine Gesetzgebung parallel zum Straf- und/oder Zivilgesetzbuch, die die Abteilung "gesunden Menschenverstand" behandelt und damit auch Einzelfallentscheidungen zu Argumenten macht. Darüber hinaus gibt es Richterentscheidungen, die nicht Gesetzescharakter haben, aber durchaus so behandelt werden können - taucht einmal ein skurriler Fall vor Gericht auf, kann das eben auch ein skurriles "Gesetz" werden, ohne dazu von der Legislative verabschiedet worden zu sein. Dieses Vorwort fand ich ganz interessant, eben weil in vielen Fällen einfach nur ein "die spinnen, die Amis" bedient wird.
Allerdings tappt das Buch, wie ich finde, dann selbst in diese Falle hinein. Sehr viele Gesetze werden nicht weiter erklärt oder die Hintergründe geklärt, stattdessen stehen sie sehr einsam für sich da und dienen vor allem dem Aspekt zu betonen, wie verrückt doch manche Leute und Richter/Gesetzesinitiatoren insbesondere ticken. Letztlich ist das Buch nicht viel mehr als eine gebundene Ausgabe der viele Listen, die im Internet kursieren, und der schicke Doktor-Titel auf dem Einband dient in erster Linie dem Gefühl, da etwas richtig Gehaltvolles serviert zu bekommen. Wenn man es mal irgendwo findet, kann man reinschauen, aber Geld ausgeben muss man dafür nicht unbedingt.

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