Freitag, 3. Februar 2017

[Buchgedanken] Graeme Simsion - Der Rosie-Effekt

Don Tillmans »Ehefrau-Projekt« hat geklappt. Er lebt mit Rosie in New York. Und Rosie ist schwanger. Don will natürlich der brillanteste werdende Vater aller Zeiten sein, stürzt sich in die Forschung und entwickelt einen wissenschaftlich exakten Schwangerschafts-Zeitplan für Rosie.
Aber seine ungewöhnlichen Recherchemethoden führen erstmal dazu, dass er verhaftet wird. Was Rosie auf keinen Fall erfahren darf, um ihre Beziehung nicht zu belasten. Also muss Don improvisieren, seinen Freund Gene einspannen und Lydia, die Sozialarbeiterin, davon überzeugen, dass er ein Superdad sein wird. Bei alledem übersieht er fast das Wichtigste: seine Liebe zu Rosie und die Gefahr, sie genau dann zu verlieren, wenn sie ihn am meisten braucht ...

Ich fand "Das Rosie-Projekt" ja ganz nett und habe deshalb auch die Fortsetzung gelesen. Und ich kann nicht wirklich in Worte fassen, wie doof ich dieses Buch fand und wie sehr meine Leseerwartungen enttäuscht wurden. Rosie und Don leben also in New York. Irgendwie müssen sie auf dem Flug dorthin ausgetauscht worden sein. Aus Don wird ein karikaturistisches Abziehbild, das in jeder dämlichen Nerd-Soap auftreten könnte, und Rosie wird zu einer egomaischen Egoistin, die so gar nichts mehr mit der Rosie gemeinsam hat, die ich kennengelernt hatte. Ganz ehrlich, so ziemlich jede einzelne ihrer Handlungen ist so nicht-nachvollziehabr und zum Teil einfach nur haarsträubend (und ich rede hier nicht von dem allgegenwärtigen "Mein Bauch, mein Alkohol, den ich die ganze Zeit über in mich reinschütte"). Ab dem Zeitpunkt von Dons Verhaftung ist dieses Buch einfach nur eine klischeebehaftete Komödie, aus der einem der Wunsch "Verfilm mich endlich!" entgegenschreit. Dabei sind die Szenen aber so sehr geplant, dass keine Atmosphäre aufkommen will, sondern man stattdessen immer nur den Kopf schüttelt und genervt die Augen rollt. Sollte da jemals ein dritter Band erscheinen, findet er ohne mich als Leser statt.

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