Samstag, 8. Februar 2014

[Buchgedanken] Tess Gerritsen - Totengrund

Maura Isles ist bei einem Kongress und leidet wieder einmal extrem unter der heimlichen Beziehung zu Daniel. Als sie zufällig einen alten Studienfreund trifft, lässt sie sich von ihm dazu überreden, mit ihm und einigen Freunden übers Wochenende zum Skilaufen zu fahren. Doch dort läuft alles schief. Nicht nur, dass die Tochter ihres Freundes alles andere als begeistert über Mauras Begleitung ist, dank eines Navigationsfehlers landet das Auto in den Schneewehen einer einsamen Straße. Die Gruppe landet in einem verlassenen Dorf, dessen Bewohner fluchtartig aufgebrochen sein müssen. Maura hat das Gefühl, dass sie nicht die einzigen Menschen im Dorf sind, und schon bald ist klar, dass die Gruppe in Gefahr schwebt. Kurze Zeit später erhält Jane Rizzoli einen besorgten Anruf von Daniel, denn Maura ist immer noch nicht zu Haus angekommen. Und dann wird ein Auto gefunden, in dem vier verbrannte Leichen liegen - und Mauras Gepäck in dessen Kofferraum. Schnell ist jedoch klar, dass Maura den Mördern entkommen konnte - stattdessen ist sie mit einem Jungen auf der Flucht durch die Schneelandschaft.

Ach, ich weiß auch nicht. Mich nervt seit ein paar Bänden Maura immer mehr. Auch hier ist mir dieses permanente Hin und Her mit Daniel einfach zu viel des Guten gewesen. Darüber hinaus fand ich, dass das der zweitschwächste Band der ganzen Serie war, weil ich das Gefühl hatte, Tess Gerritsen wusste selbst nicht so genau, worauf sie hinaus wollte. Das Buch fängt großartig an mit einer Schilderung eines jungen Mädchens, dessen Eltern Mitglieder einer Sekte sind. Für mich als Leser wäre es toll gewesen, immer mal wieder etwas zu erfahren, stattdessen bleibt diese Geschichte dann bis fast zum Ende ohne großen Zusammenhang zur restlichen Handlung. Mich hätte diese Sekte sehr viel mehr interessiert, grade weil dann noch einmal so stark darauf Bezug genommen wird. Darüber hinaus war für mich die Auflösung des ausgestorbenen Dorfs ziemlich an den Haaren herbei gezogen. Das Ganze wird auch noch garniert mit Maura als Sahnekirsche, die zumindest für mich nur selten nachvollziehbar agiert. Diese gesamte Flucht-Handlung zieht mich nicht so richtig mit, sie ist immer nur angefangen, kommt aber nie zu Potte, sondern wird von einer genau so zusammengehämmerten Rizzoli-Episode immer wieder unterbrochen, wenn man denkt, jetzt würde es doch einmal ein wenig tiefer gehen. An diesem Buch hat mich wirklich so gar nichts großartig bei der Stange halten können, außer dass ich es lesen wollte, um den Anschluss zum Folgeband endlich zu verstehen.

Kommentare:

  1. Ich hab das Buch vor einigen Jahren gelesen, ich kann mich zwar an die Geschichte erinnern, aber nicht wirklich, wie mir der Fluss gefallen hat - leider! Ich kann aber verstehen, daß man gern über die Sektengeschichte mehr erfahren hätte, so ging es mir auch... Eigentlich mag ich ihre Bücher, aber ich muss auch zugeben die Maura-Stories sind nicht immer die besseren davon.

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  2. Ich mag einfach Maura nicht - die ersten beiden Bände waren echt gut, aber es ist so ähnlich wie bei Linda Castillo, allmählich nutzt sich das zu oft verwendete Motiv der Leidenden ab...

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