"The Joy Luck Club", so nannte Suyuan Woo die regelmäßigen Treffen mit ihren drei Freundinnen. Die vier Frauen waren nach dem Zweiten Weltkrieg aus China in die USA ausgewandert, hatten dort Familien gegründet und sich jede Woche zum Mah Jong getroffen. Als Suyuan stirbt, ist es an ihrer Tochter Jing-Mei, genannt June, die Mutter zu vertreten. Bei diesem Abend treffen zwei Generationen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da sind auf der einen Seite die Mütter, aufgewachsen im kaiserlichen China, geflohen vor dem kommunistischen China, verhaftet in den Traditionen und Wertvorstellungen ihrer Heimat. Und da sind die Töchter, vier verschiedene Frauen, die alles eins gemeinsam haben: sie denken, fühlen und handeln so amerikanisch wie es sich ihre Mütter nie hätten vorstellen können. Waverly, die von ihrer Mutter nach der Wohnadresse benannt wurde um die Ankunft der Familie in den USA deutlich zu machen, wurde in ihrer Kindheit zum Schachgenie gefördert - und steht heute vor der Herausforderung, ihren amerikanischen Freund der Familie präsentieren zu müssen, der mit all seinen Einstellungen gegen ungeschriebene chinesische Gesetze verstößt. Lenas Ehe ist gescheitert, aber das ihrer Mutter mitteilen, könnte sie nie. Rose leidet noch immer unter dem traumatischen Tod ihres Bruders und weigert sich, Verantwortung zu übernehmen. Jing-Mei will den Wunsch ihrer Mutter erfüllen, ihre verlorenen Zwillingsschwestern in China aufzuspüren. Und obwohl sie es nicht ahnen, machen ihre Mütter sich ihre ganz eigenen Gedanken und haben ihre ganz eigenen Geschichten in China gelassen, die sie zu den Frauen machten, die sie heute sind.
"Töchter des Himmels" ist kein Roman, wie man ihn sich jetzt vielleicht vorstellen könnte. Die Rahmenhandlung muss man sich selbst erschließen, denn eigentlich handelt es sich um Kurzgeschichten, deren Protagonistinnen acht verschiedene Frauen sind und die ihre Geschichten erzählen. Verbunden werden sie durch eine Viereranordnung, jeweils vier Geschichten bilden ein thematisch verbundenes Paket, das mit einer einseitigen Reflektion eingeleitet wird. Diese stammt vermutlich von Suyuan, die in den Geschichten selbst nicht zu Wort kommt. Sie hat in etwa die Funktion von Mary Alice in "Desperate Housewives", sie bildet das zusammenhängende Band zwischen diesen Einzelepisoden.
Amy Tan schafft es, ihren Figuren sehr eigenständige Sichtweisen mitzugeben, man hat nicht das Gefühl, dass sich etwas widerholt, auch wenn sich Aussagen und Situationen manchmal ähneln. Es ist ein faszinierendes Mosaik, in dem zwei verschiedene Welten verwoben werden und gezeigt wird, wie sehr Vergangenheit prägt und zum Teil ihre Spuren noch in andere Generationen trägt. Darüber hinaus ist es eine Geschichte von sehr starken Müttern und Töchtern, die versuchen, ihr Leben zu führen, das nicht den Erwartungen anderer an sie entspricht. Egal, ob sie in den USA geboren wurden oder in China, beide Generationen werden mit der Herausforderung konfrontiert, sich mit den althergebrachten Traditionen auseinanderzusetzen und ihren eigenen Weg und ihren eigenen Umgang mit ihnen zu finden. Diese Auseinandersetzungen sind spannend, auch wenn das Buch - zumindest auf deutsch - sprachlich nicht immer hundertprozentig überzeugt. Ich finde die Erzählpassagen zum Teil sehr altklug formuliert, die wörtlichen Reden nicht immer glaubwürdig. Und dennoch funktioniert das Buch, weil es mich als Leser fesselt. Sei es durch die fernen chinesischen Traditionen, die so unglaublich scheinen, oder durch die modernen Probleme, die sich in jeder Familie finden, ich folge den acht Frauen gerne in ihre jeweiligen Lebensumstände hinein und freue mich an Querverweisen und Überschneidungen. Dieses Buch wird weiterhin in meinem Regal stehen und sich freuen, dort zu Besuch zu sein, das kann ich schon einmal garantieren. :-)
Mittwoch, 22. Januar 2014
Montag, 20. Januar 2014
[Ponines Bücher-ABC] P wie Ponine
Vor einigen Jahren, als ich zum ersten Mal darüber nachdachte, einen Blog zu eröffnen, stand ich vor der Frage, was ich als Name verwende. Meinen eigenen wollte ich nicht, denn er ist dann doch relativ selten (relativ, weil ich inzwischen zwar von einigen weiß, die so heißen) und ich wollte nicht unbedingt von allem und jeden erkannt werden. Ich habe lange hin und her überlegt und dachte mir schließlich, wenn es schon um Bücher gehen soll, dann bietet sich eine literarische Figur doch geradezu an.
Bevor ich glücklich lächeln konnte, drängelte sich eine dumme kleine Frage vor: und welche soll das sein?
Ja, das ist sie, die Frage aller Fragen. Welche literarische Figur hat mich überhaupt jemals beeindruckt? Welche wäre würdig(hah, Alliteration, ich hab dich!) ihren Namen zur Verfügung zu stellen, und welcher wäre ich würdig? Und da habe ich mich plötzlich erinnert. Gestattet also mich vorzustellen ;-)
Eben nicht eine Rose, sondern jemand, der die Grenze zwischen Legalität und Illegalität mehrfach gesehen hat.
Ein Mädchen, das kein Blatt vor den Mund nimmt und dennoch bei den wichtgen Dingen erst ganz zum Schluss den Mund aufmacht.
Ein Mädchen, das alles kennt, alles gesehen hat und um das man sich Sorgen machen sollte, wenn es nicht zu viele von ihr gäbe.
Ein Mädchen, das ich kurz und knapp gesagt, so verdammt beeindruckend fand, dass ich fast schon in sie verliebt war.
An Ponine konnte ich damals festhalten, sie wäre ich gerne gewesen im Alter von 15. Sie war forsch, sie war unverschämt, sie war überbordend in ihrer Lebenslust und in ihrer Liebe, die sie trotzdem nicht zeigen konnte. "Ich glaube, ich war ein wenig in Sie verliebt" sind Ponines letzte Worte zu Marius, bevor sie auf Seite 571 stirbt. Ich habe bei diesen Worten Rotz und Wasser geheult, weil sie so einfach waren und so zu diesem Mädchen gepasst haben, dass immer zu kurz kommen musste im Roman - selbst ihr Tod ist Hugo eigentlich nur eine Zeile wert. sie ist das Gesicht, das in der Masse kurz aufblitzt und dann schon wieder verschwunden ist. Und weil ich ein wenig länger an sie erinnern will, bin ich Ponine.
Bevor ich glücklich lächeln konnte, drängelte sich eine dumme kleine Frage vor: und welche soll das sein?
Ja, das ist sie, die Frage aller Fragen. Welche literarische Figur hat mich überhaupt jemals beeindruckt? Welche wäre würdig
"Es war eine dumpfe, geborstene, gewürgte, entstellte Stimme, die Stimme eines von Branntwein und Fusel heiseren Mannes. Marius drehte sich um und sah ein junges Mädchen."
Mein Name stammt von Eponine Thenadier. In Victor Hugos Roman "Die Elenden" nimmt sie gerade einmal den Platz zwischen den Seiten 174 und 571 im zweiten Band ein. Nicht einmal vollständig, sie huscht oftmals nur hier und da durch das Bild. Und dennoch hat mich Ponine von Anfang an beeindruckt, schon bevor ich den Gedanken an das Musical fassen konnte. Gelesen habe ich "Die Elenden" zum ersten Mal mit 15, ich war so alt wie Eponine. Victor Hugo, der Wortgewaltige, beschreibt sie bei ihrem ersten Auftreten so schonungslos ehrlich brutal wie trotz allem liebevoll. Sie ist seine "Rose im Elend", ein viel zu früh gealtertes Mädchen, "eine Fünfzehnjährige von fünfzig Jahren". Eponine spielt keine wesentliche Rolle im Buch. Sie ist diejenige, die Botengänge erledigt, diejenige, die wie keine andere Figur darstellt, wofür diese Studenten eigentlich kämpfen. Und dennoch übersieht dieser dumme große Junge Marius, völlig, wer Ponine eigentlich ist.Eben nicht eine Rose, sondern jemand, der die Grenze zwischen Legalität und Illegalität mehrfach gesehen hat.
Ein Mädchen, das kein Blatt vor den Mund nimmt und dennoch bei den wichtgen Dingen erst ganz zum Schluss den Mund aufmacht.
Ein Mädchen, das alles kennt, alles gesehen hat und um das man sich Sorgen machen sollte, wenn es nicht zu viele von ihr gäbe.
Ein Mädchen, das ich kurz und knapp gesagt, so verdammt beeindruckend fand, dass ich fast schon in sie verliebt war.
An Ponine konnte ich damals festhalten, sie wäre ich gerne gewesen im Alter von 15. Sie war forsch, sie war unverschämt, sie war überbordend in ihrer Lebenslust und in ihrer Liebe, die sie trotzdem nicht zeigen konnte. "Ich glaube, ich war ein wenig in Sie verliebt" sind Ponines letzte Worte zu Marius, bevor sie auf Seite 571 stirbt. Ich habe bei diesen Worten Rotz und Wasser geheult, weil sie so einfach waren und so zu diesem Mädchen gepasst haben, dass immer zu kurz kommen musste im Roman - selbst ihr Tod ist Hugo eigentlich nur eine Zeile wert. sie ist das Gesicht, das in der Masse kurz aufblitzt und dann schon wieder verschwunden ist. Und weil ich ein wenig länger an sie erinnern will, bin ich Ponine.
Sonntag, 19. Januar 2014
[Wochenrückblick 2014] Woche 3
Laaaaaaaaaaaaaaaangweilig. Anders kann ich diese Woche nicht beschreiben. Es war echt schwer, auf meinem Handy Bilder zu finden und ich musste noch ausweichen. Ich habe endlich die Muße gehabt, die neue Schlafzimmerkommode aufzubauen und zu dekorieren. Nur eingeräumt ist sie noch nicht, dazu muss ich nächstes Wochenende erst mal den Kleiderschrank ausmisten ;-)
Außerdem hat das Dschungelcamp angefangen. Meine Schwäche für Trash-TV beschränkt sich einfach darauf und das wird dann auch zelebriert. Also habe ich den Beginn am Freitag stilecht mit einem Cocktail und einem Kokosriegel begangen und freue mich auf zwei Wochen seichteste Fernsehunterhaltung.
Dann ist am Dienstag ein Paket angekommen, das mein Mann mir zu Weihnachten geschenkt hat: ein Textpaket der "Kommt essen"-Box. Drei Gerichte für jeweils vier Personen habe es geschafft, mich diese Woche zu ernähren und es war wirklich lecker. Allerdings auch auf Dauer echt teuer, so dass ich es nicht weiter verfolgen werde. Vielleicht teste ich noch einmal "Hello Fresh", aber da muss ich auch schauen ...
Als interessanter Fakt der Woche habe ich bei buzzfeets gelesen, das Fischotter im Schlaf Händchen halten, um sich am Wegtreiben zu hindern. Dieses Bild dazu ist so niedlich, und weil ich etwas fürs Herz brauche, habe ich es für euch zugefügt.
Außerdem habe ich endlich herausgefunden, was ich gerne für eine Wanddeko im Arbeitszimmer hätte. Dieses Bild ist der komplette Text eines Essays von Stephen Fry über die Schönheit der Sprache und kann bei YouTube auch als Video angeschaut werden, bei dem dieses Bild entsteht. Es lohnt sich, mal reinzuschauen und wenn mir jemand verrät, wie ich dieses Bild selbst herstellen kann, wäre ich froh. Das würde sich toll an der Wand machen ;-)
Ja, das war es auch schon. Nicht einmal wirklich zum Lesen hatte ich Lust, aber ich gehe jetzt mal ans Bücherregal, nehme mir ein Buch und versuche mein Bestes ;-)
Samstag, 18. Januar 2014
[Rezension] Katahrina Hagena - Der Geschmack von Apfelkernen
Nach dem Tod ihrer Großmutter Bertha kehrt Iris zum ersten Mal seit ihrer Jugend zurück in deren Haus, denn Bertha hat es ihr hinterlassen. Während Iris durch die Räume geht, stürzen immer mehr die Erinnerungen auf sie ein. Nicht nur ihre eigenen an ihre Ferien, die sie gemeinsam mit ihrer Cousine Rosemarie und deren Freundin Mara dort verbracht hat, es scheint vielmehr, als würden in den Haus alle vergessenen und verschütteten Erinnerungen liegen. Die an Berthas Schwester Anna, die jung starb und nach deren Tod der Apfelbaum im Garten zum zweiten Mal im Jahr blühte. Die an Berthas drei Töchter und deren Leben, Lieben und Verwirrungen. Während Iris noch entscheiden muss, ob sie das Haus behält und mit dem Anwalt Max - Miras kleiner Bruder und früher oft genug Zielscheibe der drei Mädchen - anbändelt, entspinnen sich diese verdrängten Geschichten immer mehr ...
Ich habe mir unter diesem Buch nie etwas vorstellen können, ich wusste nicht einmal, worum es geht, mir hat aber der Titel immer gefallen. Heute habe ich es dann innerhalb weniger Stunden gelesen und es mag sein, dass ich einfach in der richtigen Stimmung dafür bin, mir hat es wirklich gut gefallen. Die Geschichte selbst ist relativ belanglos und die ganzen kleinen Nebenhandlungen verdienen maximal das Prädikat "nett". Aber trotzdem ist an diesem Buch irgendetwas, was mich gehalten hat und beim Lesen davon getragen: die Sprache. Katharina Hagena hat ein unglaubliches Talent, in mir das Gefühl an einen warmen Spätsommertag wachzurufen, mir den Geruch von Gartenkräutern und reifen Äpfeln in die Nase zu zaubern und in mir ein unbestimmtes Gefühl des Glücks zu wecken. Ja, dieses Buch hat mich beim Lesen in irgendeiner Weise glücklich gemacht und ich habe genau das heute nach einer latent doofen Botschaft auch einfach mal gebraucht. Ein kleines Buch, das mir das Herz wärmt und die Deshalb ist das vielleicht nicht unbedingt die beste Rezension oder die objektivste Empfehlung, aber ich liebe es wirklich.
Ich habe mir unter diesem Buch nie etwas vorstellen können, ich wusste nicht einmal, worum es geht, mir hat aber der Titel immer gefallen. Heute habe ich es dann innerhalb weniger Stunden gelesen und es mag sein, dass ich einfach in der richtigen Stimmung dafür bin, mir hat es wirklich gut gefallen. Die Geschichte selbst ist relativ belanglos und die ganzen kleinen Nebenhandlungen verdienen maximal das Prädikat "nett". Aber trotzdem ist an diesem Buch irgendetwas, was mich gehalten hat und beim Lesen davon getragen: die Sprache. Katharina Hagena hat ein unglaubliches Talent, in mir das Gefühl an einen warmen Spätsommertag wachzurufen, mir den Geruch von Gartenkräutern und reifen Äpfeln in die Nase zu zaubern und in mir ein unbestimmtes Gefühl des Glücks zu wecken. Ja, dieses Buch hat mich beim Lesen in irgendeiner Weise glücklich gemacht und ich habe genau das heute nach einer latent doofen Botschaft auch einfach mal gebraucht. Ein kleines Buch, das mir das Herz wärmt und die Deshalb ist das vielleicht nicht unbedingt die beste Rezension oder die objektivste Empfehlung, aber ich liebe es wirklich.
Mittwoch, 15. Januar 2014
[Rezension] Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind
Achtung, es wird jetzt gemein, fies und echt, echt unschön für alle Fans. Aber ich muss es einfach loswerden: "Gut gegen Nordwind" ist das wohl dämlichste Buch aller Zeiten.
So, jetzt ist es raus.
Ich wurde nicht von einem Blitz getroffen, was entweder zeigt, dass Zeus meine Meinung teilt, oder einfach nur, dass er nicht liest.
"Gut gegen Nordwind" (und die noch viel schlechtere Fortsetzung "Alle sieben Wellen") ist die Liebesgeschichte von Emmi und Leo. Eigentlich beginnt alles damit, dass Emmi ein Zeitungsabo kündigen will und ihre Mails versehentlich an die falsche Adresse schickt. Sie landen bei Leo, der ihr irgendwann amüsiert antwortet. Schon nach kurzer Zeit schreiben sich die beiden immer häufiger und zu immer intimeren Themen. Bis irgendwann klar ist: die beiden haben sich in den anderen unbekannten Email-Partner verliebt. Und das ist doof, denn Leo steckt eigentlich immer noch im Kopf in der Beziehung mit seiner Ex Marlene, während Emmi verheiratet ist und zwei Stiefkinder ihr eigen nennt ...
Dieses Buch wird rauf und runter gelobt, wird empfohlen und neu aufgelegt, dass es eine Freude sein muss für Herrn Glattauer. Also habe auch ich mich schließlich rangewagt - und ehrlich, dieser Cody ist noch cody-hafter als ein jedes Machwerk seitens Herrn McFadyen. Zuerst war ich noch sehr angetan von der Idee, das gesamte Buch in Email-Form zu verfassen. Das hielt aber nur ungefähr zehn Mails an, danach begann es allmählich ein wenig langweilig zu werden und ich hätte gerne mal eine Erzählpassage gelesen. Aber nun gut, das Buch ist nicht dick, da kann man sich durchkämpfen. Allerdings zeigte sich dann schon ein neues Problem, das ich einfach bis zum Ende nicht abstellen konnte: ich finde die beiden Protagonisten so richtig herzlich doof. Einfach nur doof. Wie Bohnenstroh, das sich jetzt beleidigt umdreht und sagt, dass es mit diesen beiden Typen nichts zu tun habe.
Da ist Emmi. Mitte 30 und gesegnet mit der "kann mir mal einer das Wasser reichen?"-Attitüde einer Spätpubertierenden. Dass sie die beste, coolste und großartigste Frau ist, die jemals in Leos Leben stand, muss sich immer mal hören. Weil der das aber auch mal vergisst zu erwähnen, weist Emmi gerne selbst drauf hin. Ihre eifersüchtigen Ausbrüche auf jede Frau, die Leos Leben auch nur streift sind - man kann es nicht anders sagen - einfach nur peinlich, vor allem, wenn man sich vor Augen hält: die beiden haben sich noch nie getroffen und werden sich - wenn sie so weiter machen - auch nie treffen. Auf der anderen Seite der Tastatur ist Leo. Mitte 30 und ein solch gottbegnadeter Frauenversteher, dass mir noch das Frühstück von vorgestern mit hochkommen wollte. Leo ist ein Mann derklaren Worte geschraubten Vielleichts, der sich in stundenlangen Vorträgen über alles und jedes ergehen kann. Mein Mann ist mitunter auch so drauf und glaubt mir: in der Realität hält man das keine halbe Stunde aus! Dazu kommt von Leo nicht ein einziger origineller Gedanke, sondern es komme nur abgedroschene Phrasen, sinnleere Plattitüden, die aber ach so verständnisvoll klingen, wenn man sie druckt.
Diese beide Figuren, die sich selbst als so unglaublich reif und intelligent beschreiben würden wie der komplette Mensa-Verein in einem Pfirsichfeld - diese beiden schreiben sich jetzt also Emailsüber Gott und die Welt darüber, dass sie eigentlich lieber über nichts reden sollten, weil das zu privat ist und warum sie sich nicht treffen sollten. Ja, das ist ein wahnsinnig tiefgängiger Inhalt, wenn man sich die Mühe macht, die ökologisch-korrekten Ethik-Sätzchen mal zu streichen, die diesen Gesprächen ihren Anstrich von Bedeutsamkeit geben sollen. Verdammt, die sind Mitte 30 und angeblich so gestanden im Berufsleben - schaffen es aber das gesamte Buch über nicht, ein einziges Mal Klartext zu sprechen. Nur ein einziges Mal die Frage zu stellen: "Hör mal, wie sieht das denn aus mit uns beiden?" Stattdessen drehen sich die beiden permanent im Kreis und noch einmal im Kreis. Irgendwann drehte sich mein Hirn mit und ich bekam diese stechenden Kopfschmerzen zwischen den Augen und ich sah Sternchen. Das war das einzige Mal, dass ich entfernt ein Symbol der Romantik bei diesem Buch erkennen konnte, denn zumeist war das Buch ein so gekonnt-elegantes Geschwafel um Nichtigkeiten, dass ich froh war, als es zu Ende war. Leid tat mir in dem Buch nur Emmis Mann, denn der ist so ziemlich die unschuldigste Person überhaupt. Seine einzige Schuld ist vermutlich, dass er seiner Frau nicht minütlich versichert, wie toll sie doch ist.
Ganz im Ernst, dieses Buch hat den goldenen Käse am Band verdient!
So, jetzt ist es raus.
Ich wurde nicht von einem Blitz getroffen, was entweder zeigt, dass Zeus meine Meinung teilt, oder einfach nur, dass er nicht liest.
"Gut gegen Nordwind" (und die noch viel schlechtere Fortsetzung "Alle sieben Wellen") ist die Liebesgeschichte von Emmi und Leo. Eigentlich beginnt alles damit, dass Emmi ein Zeitungsabo kündigen will und ihre Mails versehentlich an die falsche Adresse schickt. Sie landen bei Leo, der ihr irgendwann amüsiert antwortet. Schon nach kurzer Zeit schreiben sich die beiden immer häufiger und zu immer intimeren Themen. Bis irgendwann klar ist: die beiden haben sich in den anderen unbekannten Email-Partner verliebt. Und das ist doof, denn Leo steckt eigentlich immer noch im Kopf in der Beziehung mit seiner Ex Marlene, während Emmi verheiratet ist und zwei Stiefkinder ihr eigen nennt ...
Dieses Buch wird rauf und runter gelobt, wird empfohlen und neu aufgelegt, dass es eine Freude sein muss für Herrn Glattauer. Also habe auch ich mich schließlich rangewagt - und ehrlich, dieser Cody ist noch cody-hafter als ein jedes Machwerk seitens Herrn McFadyen. Zuerst war ich noch sehr angetan von der Idee, das gesamte Buch in Email-Form zu verfassen. Das hielt aber nur ungefähr zehn Mails an, danach begann es allmählich ein wenig langweilig zu werden und ich hätte gerne mal eine Erzählpassage gelesen. Aber nun gut, das Buch ist nicht dick, da kann man sich durchkämpfen. Allerdings zeigte sich dann schon ein neues Problem, das ich einfach bis zum Ende nicht abstellen konnte: ich finde die beiden Protagonisten so richtig herzlich doof. Einfach nur doof. Wie Bohnenstroh, das sich jetzt beleidigt umdreht und sagt, dass es mit diesen beiden Typen nichts zu tun habe.
Da ist Emmi. Mitte 30 und gesegnet mit der "kann mir mal einer das Wasser reichen?"-Attitüde einer Spätpubertierenden. Dass sie die beste, coolste und großartigste Frau ist, die jemals in Leos Leben stand, muss sich immer mal hören. Weil der das aber auch mal vergisst zu erwähnen, weist Emmi gerne selbst drauf hin. Ihre eifersüchtigen Ausbrüche auf jede Frau, die Leos Leben auch nur streift sind - man kann es nicht anders sagen - einfach nur peinlich, vor allem, wenn man sich vor Augen hält: die beiden haben sich noch nie getroffen und werden sich - wenn sie so weiter machen - auch nie treffen. Auf der anderen Seite der Tastatur ist Leo. Mitte 30 und ein solch gottbegnadeter Frauenversteher, dass mir noch das Frühstück von vorgestern mit hochkommen wollte. Leo ist ein Mann der
Diese beide Figuren, die sich selbst als so unglaublich reif und intelligent beschreiben würden wie der komplette Mensa-Verein in einem Pfirsichfeld - diese beiden schreiben sich jetzt also Emails
Ganz im Ernst, dieses Buch hat den goldenen Käse am Band verdient!
Sonntag, 12. Januar 2014
[Wochenrückblick 2014] Woche 2

Diese Woche hat es wirklich in sich. Nächste Woche sind Zeugniskonferenzen und die lapidare Feststellung meines Kollegen trifft es ganz gut. Deshalb verbringe ich den Sonntag auch im Büro, von acht Uhr bis acht Uhr, um alle Zeugnisbemerkungen zu schreiben, Noten einzutragen und schon die Arbeitsblätter für die nächsten drei Tage vorzukopieren. Ansonsten war es aber ziemlich ruhig. Ich werde Ende Januar eine Freundin in Nürnberg besuchen und wir werden den neuen Dunkin Donut in Erlangen ausprobieren, bevor wir uns im Sausalitos mit Cocktails abschießen und danach "Smaugs Einöde" auf englisch im Kino anschauen. Dieses Date haben wir jedes Jahr, wenn ein neuer Film von Peter Jackson ins Kino kommt :-)
Als nachträgliches Weihnachtsgeschenk haben mein Mann und ich ein Buch bekommen, in dem diverse Ausflugtipps und Tagesausflüge in Norddeutschland zu finden sind. Ich will mir mein neues Zuhause ja ein bisschen anschauen, also haben wir für das Frühjahr schon einiges geplant. Da ich dann auch hoffentlich endlich ein neues Fahrrad mein eigen nennen darf, will ich auch ein paar Radtouren unternehmen. Mal schauen, ob ich bis dahin zumindest ein bisschen trainiert bin ...
Um den Überblick über die diesjährigen Challenges nicht zu verlieren, habe ich für die 5x5-Challenge einige Bücher zugeordnet. Ja, ja, manchmal sind meine Freitagabende sehr langweilig.
Und dann sind da ja noch die beiden herren ganz oben rechts. Ja, die neue Staffel "Sherlock" hat angefangen und ich freue mich total auf die letzte Folge. Aber für die gibt es noch einen anderen Grund. Nächstes Frühjahr werde ich nämlich ihren Arbeitsplatz besichtigen. Also, um genau zu sein, ich werde dafür nicht nach England fahren, sondern zu einem anderen Arbeitsplatz der beiden Herren Cumberbatch und Freeman. Ich darf mit einigen ausgewählten Schülern im Frühjahr 2015 genau dorthin fahren, wo sie sich als Drache und Hobbit tummeln - mit anderen Worten, es geht für mich nach Neuseeland!!!!!!! Ich bin noch ein wenig geflasht von dieser Aussicht, freue mich aber schon wie wahnsinnig darauf, denn mal ehrlich: ich hätte nie im Leben gedacht, dass ich jemals so weit weg von Zuhause sein werde und dann auch noch in diesem wunderschönen Land. Diese Woche war also eine superkalifragelistischexplialegorische Woche für mich, und bei euch?
Samstag, 11. Januar 2014
[Rezension] Susanne Goga - Der verbotene Fluss
Surrey, 1890. Charlotte Pauly ist Anfang 20 und tritt eine Stelle als Gouvernante an. Die junge Deutsche ist auf der Flucht vor einer unstandesgemäßen, skandalösen Verbindung und will sich ganz auf ihren neuen Schützling konzentrieren. Die kleine Emily hat vor kurzem ihre Mutter verloren und soll, so der Wunsch des Vaters, geschont werden. Deshalb haben die Angestellten die Auflage, nicht über die Tote zu sprechen. Doch etwas scheint im Haus nicht zu stimmen, Charlotte glaubt, nachts Geräusche zu hören und Emily, die sehr an ihrer fürsorglichen Mutter hängst, zeigt ein immer rätselhafteres Verhalten. Sieht sie nachts wirklich deren Geist durch den Garten gehen? Schließlich entschließt sich Emilys Vater die Society for Psychical Research einzuschalten. Gemeinsam mit dem Journalisten Tom Ashdown geht Charlotte auf die Suche ...
Dieses Buch war ein absoluter Spontankauf bei medimops, weil mir das Titelbild gefallen hat, und es war schon mal ein erster Lesehighlight in diesem Jahr. Das Buch ist ein Schauerroman in bester englischer Tradition (und das von einer deutschen Autorin!), bei dem Jane Eyre und Sherlock Holmes aufeinander treffen. Sehr stimmungsvoll schildert Susanne Goga die unheimlich-düstere Atmosphäre des Hauses und Charlottes Probleme als ermittelnde Gouvernante zwischen Dienstboten und Herrschaft. Dabei taucht zwar eine Personalkonstellation auf, die einem aus englischen Romanen vertraut ist (die zurückhaltend-strenge Haushälterin, die herzliche Köchin, das rotblonde Pausbacken-Kindermädchen, ...), aber dennoch ist das Buch neu und interessant genug, um mich als Leser nicht zu verlieren. Dies liegt mit Sicherheit auch darin, dass die Autorin die spannende Geschichte der Society for Psychical Research mit einbezieht, die sich tatsächlich Ende des 19.Jahrhunderts gründete, um den aufkommenden Spiritismus in England zu erforschen und Betrüger zu enttarnen.
Die unvermeidliche Liebesgeschichte wird nur dezent angedeutet und beschränkt sich auf wenige Seiten (die man auch hätte weglassen können, aber darüber sehe ich hinweg ;-) ), dafür gibt es viel Grusel, für den am Ende zwar eine Erklärung angeboten wird, aber wer muss sie denn schon annehmen. Insgesamt ist die Lösung überzeugend, wenn auch eine klitzekleine Wendung am Ende fast zuviel des Guten war. Ich würde euch allerdings empfehlen, klüger zu sein als ich. Ich lese das Nachwort des Autors gerne schon am Anfang - tut es hier nicht, denn hier wird effektiv schon alles verraten und damit entgeht doch ein schönes Stück Rätselraten. Das hätte mir bei dem Roman eindeutig mehr gefallen, denn ich bin den beiden Protagonisten sehr gerne gefolgt in diese Welt, in der nie so ganz klar ist, ob es nicht doch noch mehr da draußen gibt als nur die Realität.
Das Buch war toll, um im Jahr anzukommen und ich empfehle es absolut weiter - es ist frisch rausgekommen und lohnt sich auf jeden Fall ;-)
Dieses Buch war ein absoluter Spontankauf bei medimops, weil mir das Titelbild gefallen hat, und es war schon mal ein erster Lesehighlight in diesem Jahr. Das Buch ist ein Schauerroman in bester englischer Tradition (und das von einer deutschen Autorin!), bei dem Jane Eyre und Sherlock Holmes aufeinander treffen. Sehr stimmungsvoll schildert Susanne Goga die unheimlich-düstere Atmosphäre des Hauses und Charlottes Probleme als ermittelnde Gouvernante zwischen Dienstboten und Herrschaft. Dabei taucht zwar eine Personalkonstellation auf, die einem aus englischen Romanen vertraut ist (die zurückhaltend-strenge Haushälterin, die herzliche Köchin, das rotblonde Pausbacken-Kindermädchen, ...), aber dennoch ist das Buch neu und interessant genug, um mich als Leser nicht zu verlieren. Dies liegt mit Sicherheit auch darin, dass die Autorin die spannende Geschichte der Society for Psychical Research mit einbezieht, die sich tatsächlich Ende des 19.Jahrhunderts gründete, um den aufkommenden Spiritismus in England zu erforschen und Betrüger zu enttarnen.
Die unvermeidliche Liebesgeschichte wird nur dezent angedeutet und beschränkt sich auf wenige Seiten (die man auch hätte weglassen können, aber darüber sehe ich hinweg ;-) ), dafür gibt es viel Grusel, für den am Ende zwar eine Erklärung angeboten wird, aber wer muss sie denn schon annehmen. Insgesamt ist die Lösung überzeugend, wenn auch eine klitzekleine Wendung am Ende fast zuviel des Guten war. Ich würde euch allerdings empfehlen, klüger zu sein als ich. Ich lese das Nachwort des Autors gerne schon am Anfang - tut es hier nicht, denn hier wird effektiv schon alles verraten und damit entgeht doch ein schönes Stück Rätselraten. Das hätte mir bei dem Roman eindeutig mehr gefallen, denn ich bin den beiden Protagonisten sehr gerne gefolgt in diese Welt, in der nie so ganz klar ist, ob es nicht doch noch mehr da draußen gibt als nur die Realität.
Das Buch war toll, um im Jahr anzukommen und ich empfehle es absolut weiter - es ist frisch rausgekommen und lohnt sich auf jeden Fall ;-)
[Rezension] Kate Pepper - 5 Tage im Sommer
Das Positive zuerst: dieses Buch besteht aus so kurzen Kapiteln, dass man immer schnell noch eins liest und plötzlich das Buch schon beendet hat. Es hat also ein gewisses Tempo, das einen Thriller auszeichnet. Allerdings finde ich es nur unwesentlich spannender als Wäsche beim Trocknen anzuschauen. Irgendwie ist das ganze wie Fast Food, wenn man am Ende ist, merkt man, dass es zwar den Magen gefüllt hat, aber wirklich satt oder genussvoll gesättigt ist man davon einfach nicht. Mir waren die Figuren alle zu flach und eindimensional, ich hab nicht so wirklich mitgelitten oder mitgefiebert. Außerdem war es mir eindeutig zu unausgegoren, was ich da dann als Motivsammlung, -andeutung und psychologischen Erklärungen geboten bekommen habe. Wieso schlägt er nur alle sieben Jahre zu? Was hat es mit den Leichenteilen auf sich? Welche Bedeutung hat es, dass da noch jemand umgebracht wird? Dieses "er will sich erwischen lassen", das da mitschwingt, ist mir zu vordergründig und zu seltsam, als dass ich es für einen guten Thriller halte. Ganz abgesehen von dem zufälligen "wir sind alle da"-Showdown am Ende ... nee, irgendwie bin ich von diesem Buch nicht satt geworden.
[Rezension] David Gilmour - Unser allerbestes Jahr
David Gilmour ist Fernsehmoderator und Autor. Sein Sohn Jesse ist 16 und hat von Schule die Schnauze so richtig voll. Während David ihm versucht, bei den Lateinaufgaben zu helfen, beschlie0t er, eine ungewöhnliche Erziehungsmaßnahme. Jesse darf die Schule abbrechen und tun, was er möchte. Es gibt nur zwei Regeln: keine Drogen - und dreimal pro Woche ein Nachmittag mit seinem Vater, bei dem sie Filme sehen, die David asuwählt. Tatsächlich zieht sich das Projekt über annähernd drei Jahre, bis Jesse sich darüber klar wird, was er mit seinem Leben anfangen möchte und was nicht. Und während dieser drei Jahre - begleitet von Truffaut, Hitchcock, Spielberg und anderen - reden die beiden Männer über Liebe, das Leben, Frauen und alles andere ...
Tja, was will ich zu diesem Buch sagen? Das Buch ist mit einem großen Aufkleber "Spiegel Bestseller" versehen und ich bin vielleicht ein wenig darauf hereingefallen. Ich hatte mir einfach mehr erwartet als das, was das Buch letztlich ist. Es ist weder Fisch noch Fleisch. Für mich war es weder sonderlich unterhaltsam - ich glaube, ich habe nicht eine wirklich komische Szene gelesen - noch sonderlich bewegend oder eindrucksvoll. Anfangs lernt man noch ein klein wenig über Film, aber diese kurzen Passagen werden dann im Buch immer mehr zurückgefahren und machen Platz für ... ja, für was eigentlich? Wirkliche Informationen über das Leben der Familie erhalte ich nicht, Jessies Verhalten ist für mich völlig unverständlich, weil ich keinen Zugang zu ihm finde, und Davids permanente "mein Sohn ist so cool und so klasse"-Gedanken gingen mir zunehmend auf den Senkel. Ich habe einfach bis zum Ende nicht verstanden, was da jetzt so weltbewegend dran sein soll, dass man direkt ein Buch drüber schreiben muss, und von daher war es mir am Ende dich zu flach und die Botschaft ist bei mir nicht angekommen.
Tja, was will ich zu diesem Buch sagen? Das Buch ist mit einem großen Aufkleber "Spiegel Bestseller" versehen und ich bin vielleicht ein wenig darauf hereingefallen. Ich hatte mir einfach mehr erwartet als das, was das Buch letztlich ist. Es ist weder Fisch noch Fleisch. Für mich war es weder sonderlich unterhaltsam - ich glaube, ich habe nicht eine wirklich komische Szene gelesen - noch sonderlich bewegend oder eindrucksvoll. Anfangs lernt man noch ein klein wenig über Film, aber diese kurzen Passagen werden dann im Buch immer mehr zurückgefahren und machen Platz für ... ja, für was eigentlich? Wirkliche Informationen über das Leben der Familie erhalte ich nicht, Jessies Verhalten ist für mich völlig unverständlich, weil ich keinen Zugang zu ihm finde, und Davids permanente "mein Sohn ist so cool und so klasse"-Gedanken gingen mir zunehmend auf den Senkel. Ich habe einfach bis zum Ende nicht verstanden, was da jetzt so weltbewegend dran sein soll, dass man direkt ein Buch drüber schreiben muss, und von daher war es mir am Ende dich zu flach und die Botschaft ist bei mir nicht angekommen.
Montag, 6. Januar 2014
[Wohnen im Norden] "König der Löwen" in Hamburg
Wer im Musical nur deutsch erwartet, wird irritiert, denn zum Teil spricht Rafiki (der von einer Frau gespielt wird, für mich war der Affe immer ein Mann, weshalb ich erst so nach zehn Minuten kapiert habe, wer da grade auf der Bühne steht) Zulu und Xhosa ohne Übersetzung - das macht sie aber so großartig, dass man auch ohne Sprachkenntnisse ahnt, was grade erzählt wird :-p Die Musik ist erweitert worden um einige Stücke eines (ich glaube) südafrikanischen Musikers und enthält etliches Swahili, die Lieder sind jedoch in erster Linie Ergänzung der tänzerischen Darstellung auf der Bühne - sie passen aber echt perfekt in die bekannten Lieder aus dem Film, das wirkt alles aus einem Guss.
So, und jetzt bombardiere ich euch kurz mit einer Flut an Bildern, auf denen ihr einfach mal seht, was mich am meisten fasziniert hat: das Kostümbild. Man hat in diesem Musical Wer darauf gelegt, dass die Tierdarstellungen überwiegen und die Schauspieler sozusagen in das Kostüm integriert werden (bei Pumba spielt er quasi die Haare :-D )Die wichtigsten Figuren, allen voran Scar und Mufasa, können ihre Kopfmasken über ein Klappsystem auch vors Gesicht bewegen - in den Kampfszenen sieht das einfach nur irre aus. Ich habe leider kein Bild von den Hyänen, aber Junge, das sind - vor allem in Schattenszenen am Ende - die wohl abartigst-gruseligsten und gelungensten Kostüme der ganzen Show! Ebenfalls großartig: Zazu, der Schuhschnabel, der eine Marionette ist und obwohl man den Schauspieler die ganze Zeit sieht, wirkt dieses Tier einfach nur lebendig!
Selbst das Gras kann tanzen ;-)
Zazu
Eine Art Familienbild ;-)
Okay, man sieht Pumba nicht komplett, aber wenigstens Timon kommt raus - der Schauspieler ist entweder ein Schatten oder ein Busch hinter Timon ;-)
Meine absoluten Lieblingskostüme. Der Jaguar ist live so geschmeidig und schön - und die Giraffen haben meine Bewunderung, seht ihr, welche Position die Schauspieler dafür haben?
Das sind die Klappmasken im Einsatz - und wenn dann nur noch Schatten zu sehen sind, wirken sie erst so richtig!
So, und jetzt, wo ich die Bilder gesehen habe, bin ich schon wieder geflasht. Ich hatte echt nicht gedacht, dass das so gut wirken würde. Das ganze Stück wird gleichzeitig wie ein Traum und realistisch, es macht Spaß, zuzuschauen, es gibt lustige Szenen und hochgradig tragische. Es gibt gruselige Stellen und wunderschöne. Und es gibt herrliche Musik :-)
Ach, was soll's, ein Bild kriegt ihr noch!
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