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Dienstag, 30. August 2011

Sonntag, 21. August 2011

Noch zu Lesendes - mein Lesestapel

Bevor ich mich ans Nähen mache, kommt etwas, worauf ich so oder so mal Lust hatte, es mit euch zu teilen, und was ich im Moment ungeheuer praktisch finde. Ich muss mal einen Überblick über mein Bücherreal kriege und deshalb liste ich hier jetzt alle Bücher auf, die ich bislang noch nicht gelesen habe. Warum? Weil ich diesen Mount Everest allmählich zurück in einen Maulwürfshügel verwandeln möchte ;-)

Los gehts.

Rebecca Gablé - Der König der purpurpnen Stadt
Rebecca Gablé - Das zweite Königreich
John Irving - Bis ich dich finde
T.C.Boyle - America
Richard Ford - Unabhängigkeitstag
E.Annie Proulx - Mitten in Amerika
Donna Tartt - Der kleine Freund
Charles Dickens - Oliver Twist (gekürzte Ausgabe für Kinder)
Gretchen Dutschke - Wir hatten ien barbarisch schönes Leben. Rudi Dutschke
Nicole Schaenzler - Klaus Mann. Die Biographie
Wilhelm Reich - Rede an den kleinen Mann
Alexandre Duma - Die drei Musketiere
Gottfried Keller - Der grüne Heinrich
Charles Dickens - David Copperfield
Jonathan Safran Foer - Alles ist erleuchtet
Stephen Fry - the Hippopotamus
Stephen Fry - The Fry Chronicles
Georges Simenon - Die Witwe Couderc
Ken Follett - Die Leopardin
Ken Follett - Die Kinder von Eden
Martin Cruz Smith - Gorki Park
Robert Harris - Enigma
Maarten t'Haart - In unnütz toller Wut
Philipp Kerr - Der Pakt
Elizabeth Kostova - The Swan Thieves
John Grisham - Der Anwalt
Mary S.Lovell - Amelia Earhart. The sound of Wings
Kathryn Stockett - The Help
Nick Hornby - Juliet, Naked
Erwin Strittmatter - Der Laden 1-3
Nick Hornby - An Education
Zoe Heller - Tagebuch eines Skandals
Mats Wahl - Die Rache

Un das sind nur die, die mir gehören. Dazu kommen jetzt nochmal ungefähr zehn Bücher aus der Bibliothek, die sich neben dem Bett stapeln ;-) Und natürlich ist meine große Hoffnung immer noch, zu jedem dieser Bücher dann auch mal eine Kritik hie rzu veröffentlichen, ihr dürft also gepsnnt sein

Donnerstag, 4. August 2011

Meine Lesebiographie

Gestern beim Ausmisten meiner Uni-Sachen bin ich über die Seminarunterlagen zu einem Kinderbuch-Seminar gestolpert, das mir wahnsinnig Spaß gemacht hat. In der ersten Stunde sollten wir für uns selbst eine Lesebiographie erstellen, also einen text, in dem wir über unsere Leseerfahrungen sprechen. Ich kann ihn natürlich nicht vorenthalten, schließlich passt er ja ideal hierher in meinen Blog.

Wenn man mich vor die Wahl stellen würde, Ohren oder Augen hergeben zu müssen, ich würde mich unweigerlich gegen die Ohren entscheiden. Keine Augen mehr zu besitzen würde bedeuten, das aufzugeben, womit ich einen großen Teil meines Lebens verbringe: das Lesen.

Es fällt mir schwer, mich an die Zeit zu erinnern, in der ich noch nicht lesen konnte. Ich glaube, ich habe mich schon mit meinen Bilderbüchern ins Bett oder auf die Couch verkrochen - bis heute meine liebsten Leseplätze - aber ich weiß definitiv, dass ich in der ersten Klasse ein absolut selbstständiger Leser war. Und ein Horter - ich musste Bücher einfach bsitzen. Und so hatte ich bereits im Alter von zehn Jahren eine erstaunliche Bibliothek, deren Bandbreite von Enid Blyton (allerdings nur der "Dolly"-Reihe und einigen ausgewählten Bänden "Hanni und Nanni"), Astrid Lindgren und Mark Twain ("Tom Sawyer" gleich dreimal, weil ich mich nicht entscheiden konnte, welches Buch am schönsten aussah) bis zu Edgar Allan Poe (so schön gruselig) und J.R.R.Tolien reichte. Dazwischen sprangen die Narnia-Bände herum, verbanden sich mit Cornelia Funkes "Potilla und der Mützendieb" (bis heute eines meiner liebsten Kinderbücher!) und gipfelten in einer bis heute bestehenden Sammlung von Erich Kästner udn Michael Ende. Der damals ungewöhnlichste Teil meines Regals bestand allerdings aus der Abteilung "Probieren geht über Studieren", so habe ich sie tatsächlich genannt. Dort landeten Bücher, die ich meinen Eltern aus dem Regal stibitzte, Bücher, für die ich eigentlich noch viel zu jung war, die aber so verführerisch und interessant wirkten. Dort landeten also "Der Herr der Ringe" (und verbrachte dort fast fünf Jahre aufgeschlagen auf Seite 44, weiter war ich mit elf einfach noch nicht vorgedrungen, obwohl ich den "Hobbit" regelrecht verschlungen hatte)oder "Per Anhalter durch die Galasxis" (auch hier mussten noch drei oder vier Jahre vergehen, bevor ich verstand, warum mein Vater sich beim Lesen dieses Buches regelecht ausschüttelte vor Lachen). Dort lag aber auch eine kleine Kladde mit Gedichten, in die ich bis heute die Gedichte schreibe, die mich beeindrucken - auch diese Liebe, vor allem zu Heinrich Heine, wurde schon in der Grundschule geweckt.

In der Pubertät wurde ich meinen Büchern nicht untreu, aber mein Lesegeschmack veränderte sich deutlich. Sich abzugrenzen gegen die Eltern bedeutete bei mir, eine Bogen zu machen um die Autoren, die die Jugend bis heute prägt, denn mein Vater verehrt Hermann Hesse geradezu abgöttisch. Das ist vermutlich der Grund, warum ich mit Hesse auch heute noch wenig anfangen kann, ich habe die Zeit verpasst, in der man ihn genießt und daraus lernt. Parallel zu meiner Lesewut bediente ich mich mehr und mehr aus dem elterlichen Bücherregal. Sowohl Krimis als auch aktuelle Romane wanderten weiter in mein Zimmer, ich machte die Bekanntschaft mit "Hallo Mister Gott, hier spricht Anna" und "Die drei Musketiere". Ich war immer noch Mitgleid der Leihbücherei, ich lieh mir aus, was Spaß machte. Eine Reihe von Büchern ist mit im Gedächtnis geblieben, die ich gerne für immer behalten hätte wollen, zum Beispiel die Reihe über historische Epochen, oder gesammelten Agatha-Christie- und Arthur- Conan-Doyle-Werke, die mit dem schicken schwarzen Einband. Natürlich habe ich es versucht, mich durch die zig Regalmeter Karl May zu kämpfen - und bin klägtlich gescheitert.

Und heute? Heute lese ich immer noch alles. Ich habe im Laufe meines Lebens gelernt, Augen und Ohren offenzuhalten. Mich bei anderne Lesern umzuschauen und Bücher zu finden, die ich lesen will. Meine eigenen Gedanken zu Büchern zu machen, immer Neues zu sehen, Dinge zu finden, von denen ich nicht gedacht hätte, dass sie existieren. Und trotzdem immer wieder zum Ausgang zurückzukehren und mich darauf zu freuen, die lange Vermissen auch wieder aufzuschlagen.

Nein, wenn ich mich für Ohren oder Augen entscheiden müsste, ich würde die Augen wählen. Und die Nase, denn mehr noch als die Wörter auf einer nicht gelesenen Buchseite ist es der Geruch eines frischen Buches, der mich auf diese Reise mitnimmt, quer durch alle Regalreihen und wieder zurück.

Montag, 30. Mai 2011

War da neulich nicht noch Platz im Regal?

Titelgebende Frage hat mir mein Freund heute morgen gestellt.

Mist, er hat es gemerkt, ich war wieder mal im Kaufrausch. Es ist aber auch fies, dass der Weltbild bei uns grade sein Lager räumt und Bücher für 2,99€ verkauft - oder vier für 10,-€. Also bin ich heute genauso weit wie vor dem großen Flohmarkt-Verkauf (ich sortiere regelmäßig meine Bücher aus, welche ich wirklich einfach nicht mehr lese - das bringt ein halbes Regalfach und lobende Blicke vom Freund :-D ) - aber wer kann da schon Nein sagen? Vor allem, weil ich es geschafft habe, alle rei Teile von Erwin Strittmatters "Der Laden" zu bekommen, das a) noch auf meiner Leserliste fehlt und b) einfaqch so dekorativ im Regal aussieht :-D

Montag, 11. April 2011

30 Tage, 30 Bilder - Der Inhalt deines Bücherregals

Offiziell sollte hier der Inhalt meines Kühlschranks gezeigt werden. Allerdings besteht der im Moment nur aus einer angeschimmelten Möhre, denn die Gemüsekiste kommt erst morgen und den Rest haben mein Freund und ich am Wochenende vernichtet - eingekauft wird erst heute Abend. Deshalb habe ich umdisponiert und gewähre denen, die es interessiert (und natürlich auch dem Rest des hochverehrten Leserkreises) einen exklusiven Einblick in mein Literaturregal:

Donnerstag, 16. Dezember 2010

"Falsch war nur, dass wir überlebt haben"

Es gibt Bücher, die beschäftigen mich nach dem Lesen noch unglaublich lange, und ich weiß jetzt schon, dass dieses Buch dazugehören wird. "Evangeline" von D.W.Buffa ist ein Gerichtsthriller, das den Leser beim Lesen in einen GEwissenskonflikt stürzt, vor den man nie gestellt werden möchte...

Die "Evangeline" ist die modernste Segelyacht, die gebaut wurde. Sechzig Meter lang, ausgestattet mit allem technischen Schnickschnack, der sie auf Kurs halten soll, ist sie das Schiff, auf dem 27 Männer und Frauen eine Fahrt rund um Afrika unternehmen wollen. Doch schon nach wenigen Tagen kommt es zur Katastrophe: die Evangeline sinkt in einem Sturm, nur 14 Personen können sich in ein Boot retten, darunter der Kapitän Vincent Marlowe. Sie treiben in einer viel zu kleinen Nussschale über den Atlantik, nach über vierzig Tagen wird das Boot gefunden, es haben nur sechs Menschen überlebt, die völlig ausgedörrt, vom Hunger in den Wahnsinn getrieben, ins Krankenhaus gebracht werden. Und schon bald ist klar, dass die übrigen Personen nicht etwa ins Wasser gefallen sind - Marlowe hat sich entschlossen, das Undenkbare zu tun: sie haben sich von den Körpern Toter ernährt.

An dieser Stelle setzt der Roman ein. Marlowe wird des Mordes angeklagt, denn die Menschen im Schiff wurden nach und nach von ihm umgebracht. Doch tatsächlich wird nicht verhandelt, ob er getötet hat, sondern die Frage, ob er eine Wahl hatte. Selbst dann, wenn er selbst davon überzeugt war, dass es keine Rettung gibt. Selbst dann, wenn die Rettung direkt hinter der nächsten Welle hätte auftauchen können. Und ob es tatsächlich einen Punkt gibt, an dem unsere Auffassung von Barbarei die einzige Zivilisation darstellt, an die wir uns noch halten können. Und so rechtfertigt Marlowe sich nicht für sein Handeln - er versucht es nicht einmal im Ansatz. Er versucht einfach nur, seine Gegenüber klar zu machen, was der Tod tatsächlich bedeuten kann: "Es ging nicht darum, zu sterben ohne zu töten, oder zu töten und dafür ein bisschen später zu sterben. Wir würden alle sterben - da war ich mir ganz sicher. Wir würden sterben. Das was nicht die Frage. Die Frage war, wie wir sterben würden, ob wir einfach aufgeben sollten oder ob jeder von uns glaubte, die anderen könnten durch unseren Tod weiterleben. Alle, die gestorben sind, dachten, sie hätten sich freiwillig geopfert, um die anderen zu retten. Deshalb habe ich es getan, deshalb habe ich mich einverstanden erklärt, mit der grausigen Lotterie: Damit der Tod jedes Einzelnen zur Heldentat wird, sodass sein Leben einen Sinn hatte. Was wir getan haben, war nicht falsch. Falsch war nur, dass wir überlebt haben."

Dieser letzte Satz ist es, der mich seit einigen Tagen nicht mehr loslässt. Wie geht man damit um, überlebt zu haben? Wie kann man jemals wieder ein Teil der Gesellschaft werden, wenn man sich in einer Situation befunden hat, in der alles, was diese Gesellschaft ausmacht, nicht mehr gilt, nicht mehr gelten kann? Was ist grausamer? Getötet zu werden, weil man Nahrung für andere ist? Oder damit leben zu müssen, nur durch ein solches Opfer tatsächlich überlebt haben zu können? Und ich glaube, ich will darauf gar keine Antwort finden - denn ich hätte Angst davor, wie ich mich entscheiden würde...

Stephen Fry - Moab is my washpot


Ich bin einfach nicht in der Lage, objektiv zu urteilen, wenn es um Mr. Stephen Fry geht. Hackt mir meine Füße ab und blendet mich - das Ergebnis ändert sich immer noch nicht: ich finde ihn einfahc nur geil. Ich liebe seine Bücher. Ich liebe sein Englisch, das mich jedesmal nicht nur neidisch werden lässt, sondenr mir das Gefühl gibt, keine Ahnung von der Sprache zu haben. Und ich liebe ihn selbst, einfach weil er der wohl beste schreibende, darstellende Regisseru mit Unterrichtserfahrung ist, den england je hervorgebracht hat ;-)
Ja, ich bin ein Fan - nur fürs Protokoll. Deshalb habe ich auch zugeschlagen, als ich in England "Moab is my washpot" für 3,- entdeckt habe. Bislang stand das Buch dann doch im Regal, aber der schöne orangerote Einband hat sich einfach angeboten.
"Moab is my washpot" - auf Deutsch unter dem Titel "Kolumbus war ein Engländer" erhältlich - ist eine Art Autobiographie. Eine Art deshalb, weil sie erstens nur die ersten zwanzig Jahre von Stephen Fry abdeckt und zweitens eingentlich eher ein 400 Seiten langer Monolog mit dem Leser ist, den Stephen Fry über sein Leben, seine Lieben, seine Stephenesque und den Rest, der sonst noch so auf der Strecke liegt, führt. Stephen Fry führt das traditionelle Leben der englischen Upperclass, mit sieben auf dem ersten Internat, Ferien mit den Eltern, das restliche Jahr über zusammen mit hunderten von Jungen irgendwo außerhalb sämtlicher schädlichen städtischen Einflüsse. Er stiehlt, er lügt, er macht alles das, was niemand tun sollte - und was trotzdem immer wieder Erinnerungen an die eigenen Kinderzeit und vor allem Pubertät wachruft. Kamen wir uns nicht alle irgendwie viel erwachsener, viel reifer und vor allem viel wichtiger vor als der Rest der Welt, Eltern eingeschlossen? Wenn dein IQ dann tatsächlich höher ist als der aller anderen um dich herum - wieviel lässt du dir dann noch sagen? Mit 18 ist es soweit, Stephen Fry landet wegen mehrfachen Diebstahls und Kreditkartenbetrugs vor Gericht - und ergreift letztendlich doch die Chance, endlich seinen Schulabschluss zu machen und sich nach Cambridge aufzumachen. Zum Glück - denn dort entdeckt er nicht nur die Camebridge Footlights, sondern vor allem auch einen kongenialen Partner, mit dem er fortan einen Teil seiner Karriere fortsetzt ;-)
Um das zu verdeutlichen mal ein Ausschnitt aus "A bit of Fry and Laurie". Übrigens merkt man hire eins ganz deutlich, um auch mal das Buch zu zitieren: "Hugh Laurie is able to play every instrument you throw at him, that son of a son of a son of a son of a bitch. The sound of Stephen Fry singing makes people to jump out of the closest window or throw themselves in front of the next bus just to end the pain."

Damit bricht das Buch allerding schon ab, was wirklich schade ist, denn jetzt geht es doch eignetlich erst los. Aber das Schöne ist: die Fortsetzung "The Fry Chronicles" steht auch schon in meinem Regal ;-)