Mittwoch, 15. August 2012

T.C.Boyle - Wassermusik

Zweimal machte er sich auf, die Quellen des Niger zu erforschen - Mungo Park, ein schottischer Forscher und Abenteurer. Dieses historische Ereignis nimmt T.C.Boyle zum Anlass, nicht nur Mungo Parks Geschichte zu erzzählen, sondern auch die von Allie Anderson, der Verlobten Parks, die im schottischen Hochland auf die Rückkehr ihres Zukünftigen wartet, und die Geschichte des Trunkenbolds und Gelegenheitsgauners Ned Rise.

Was mich an dem Buch fasziniert hat, das war diese Figur Mungo Park. Ein schottischer gentleman, der auf Entdeckungsfahrt geht - und ich hatte nicht nur einmal dieses Bild vor Augen von der Wiederentdeckung des verschollenen Livingston, bei dem sich zwei Briten im Busch gegenüberstehen und erstmal höflich-korrekt vorstellen - und eignetlich keine Ahnung hat, was um ihn herum geschieht. Der mit einer völlig naiv-überheblichen Sichtweise auf den edlen Wilden aufbricht und konfrontiert wird mit einem irritierenden, unbekannten Afrika. Parks wäre im Roman immer wieder verloren ohne Johnson, seinen treuen Begleiter, einen ehemaligen Sklaven. Und dennoch ist er der Meinung, in dieser Bezeihung den Ton angeben zu können. Allein für diese Perspektive lohnt sich der Roman mehr als alles andere.

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