Freitag, 17. August 2012

Jeffrey Eugenides . Middlesex


Calliope, von Freunden und Familie Callie genannt, ist ein klein wenig anders als andere. Dank einer genetischen Mutation ist sie ein Hermaphrodit, sie verfügt über männliche und weibliche Geschlechtsmerkmale. Das stellt sich für ihre Familie jedoch erst in der Pubertät heraus – der Leser weiß es von Anfang an. Verfolgt er doch in „Middlesex“ die Spuren dieses Gens quer durch eine griechische Familie. Alles beginnt mit den Großeltern, die aus Griechenland in die USA auswandern und dort heiraten, obwohl sie eigentlich Geschwister sind …

Jeffrey Eugenides ist ein Erzähler, die in Worten badet. Er erzählt nicht einfach, sondern schwelgt in Satzkonstruktionen. Das ist gelegentlich beim Lesen sehr ermüdend, aber es hat mir bei diesem Buch absolut nichts ausgemacht. Denn die Familiengeschichte, in die er mich mitnimmt hat es einfach in sich. Sie ist erheiternd, skurril, faszinierend, seltsam, befremdlich, anrührend – und manchmal auch gleich alles davon auf einmal. Das Ganze wird verquickt mit philosophischen Grundfragen: Welche Macht haben unsere Gene und unsere Vorfahren über unser Schicksal? Ích könnte noch einige Seiten weiterschwärmen, aber ich gestehe: am meisten an dem Buch beeindruckt hat mich, wie er es schafft, Alkoholschmuggel und die Nation of Islam in ein Buch zu bringen und völlig logisch erscheinen zu lassen 

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