Sonntag, 29. April 2012

Reginald Hill - Das Fremdenhaus

Samantha Flood, eine junge Australierin, reist auf den Spuren ihrer Großmutter zurück nach England. In den Sechziger Jahren war diese nämlich als Waise in ein australisches Kinderheim verschickt worden, starb aber bald darauf und hinterließ nur den Namen des Dorfes Illthwaite. Auch Miguel Madero, ein spanischer Ex-Priester, ist auf der Suche nach seinen Vorfahren, denn im 16.Jahrhundert verschwand sein Urahn auf der spanischen Armada. Aber angeblich war er zuvor in Illthwaite gesehen worden. Die Wege der beiden Suchendne kreuzen sich nun immer wieder und plötzlich scheint es, als gäbe es noch deutlich mehr Gemeinsamkeitne zwischen den beiden: denn das idyllische kleine Dörfchen scheint ein Geheimnis zu bergen, das lieber nicht an die Öffentlichkeit geraten soll...

Gott, was war das denn? Der Klappentext klang wirklich superspannend, aber ich habe selten so viel Mühe gehabt, in ein Buch reinzukommen. Noch auf der letzten Seite habe ich mich gefragt, wann diese Abziehbilder endlich mal zu tatsächlichen, realistisch agierenden Personen werden (und nein, damit meine ich nicht in erster Linie Miguel-"ich sehe tote Menschen"-Madero), ob diese lauwarme Story doch noch einmal Feuer fängt, ob das Buch auch nur in irgendeiner Weise eventuell mir auch ein wenig historische Zusammenhänge erklärt. Ehrlich, mein Vorteil war, dass ich das Buch im Irland-Urlaub gelesen habe und deshalb in den irischen Museen erfahren habe, was genau unter Heinrich VIII. und den Katholiken in England abging. Die Verschickung englischer Heimkinder an andere Teile deas Reichs habe ich noch nie zuvor gehört und da wäre es interessant gewesen, ein wenig über die Hintergründe zu erfahren, vor denen das alles ablief. Soviel zur historischen Eben des Buches - was mich am Fall gestört hat, lässt sich schwerer in Worte fassen.

Ich fand es einfach unglaublich bemüht konstruiert. da wurde um jeden Preis versucht, eine metaphysische Ebene mit ins Buch einzubringen, aber das Ganze so oberflächlich und an den Haaren herbeigezogen, dass es mir beim Lesen einfach zuviel geworden ist. Ebenso diese aufgesetzten "Religion vs- Vatio"-Diskussionen zwischen Sam und Miguel, das ganze war so papiern-theoretisch, dass ich gedanklich immer nur "blablabla" gelesen habe. Der Fall, also das Dorfgeheimnis, geriet dabei immer mehr in den hintergrund und wurde dann mal so nebenbei irgendwie aufgelöst ohne dass ich wirklich hätte eine logische und nachvollziehbare Erklärung bekommen hätte.

Insgesamt alsoe in ziemlich schwaches Buch, was schade ist, denn die Idee wäre nicht schlecht.

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