Samstag, 27. August 2016

[Buchgedanken] Stefanie Gercke - Ich kehre zurück nach Afrika

1959 wird die junge Henrietta von ihrer Familie aus Hamburg zu Verwandten nach Südafrika geschickt. eigentlich zru Bestrafung, doch Henrietta kann es nicht erwarten, dem engen Leben in Deutschland zu entkommen. In Südafrika ist sie fasziniert von dem neuen Kontinent, gleichzeitig erlebt sie aber immer stärker, wie sehr das Land durch die Rassentrennung gespalten ist. Als sie den Schotten Ian heiratet, gerät sie immer stärker in Konflikt mit den Obrigkeiten und muss schließlich um ihr neuaufgebautes Leben fürchten ...

Positives zum Buch: ich kann Südafrika auf meiner Leseliste abhaken. Und es ist leicht zu lesen. Und wenn ich mir die Biografie der Autorin durchlese, dann hat sie vermutlichv iel von ihrer eigenen Geschichte im Buch in irgendeine Weise aufgearbeitet und das ist ja immer gut, so aus therapeutischer Sicht ...

Und jetzt kommt das Aber.

Ich hatte echt nicht viel erwartet. Der Klappentext klang bereits ein wenig nach verkitschtem Afrikaroman, aber das, was mir dann hier geboten wurde, das ist Rosamunde Pilcher gepaart mit "Reich und Schön" und einer Prise Exotik, damit man sich nicht langweilt. Die eigentlich doch recht politisch inspirierte Geschichte wird so zugekleistert mit dämlichen Handlungssträngen, dass es einfach zu viel des Guten ist. Mein persönliches Albtraum-Highlight ist diese völlig belanglose Eifersuchtsstory rund um den Ex und die Cousine, inklusive Mordanschlag und allem pipapo. Telenovelas können es nicht besser - und auch in den Dialogen hat sich die Autorin fast schon redlich bemüht, den Sprachduktus einer ZDF-Sonntagabendproduktion zu unterbieten, zumindest wir hier in Dialogen nicht einmal im Nebensatz gesprochen. Es ist nicht das schlechteste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe - da gibt es ganz andere Kandidaten - aber es ist so schrecklich belanglos plätschernd. Ein nettes Buch für Strandurlaube vielleicht, wenn man nicht großmitdenken möchte, ein bisschen Action haben will und ganz viel Gefühle. Merke also: orange-geprägte Titelbilder auf Afrika-Romanen sind als Warnhinweis zu verstehen. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen